Contemporary Embroidery

Wenn Zeit vor allem durch Zeitmangel und Schnelllebigkeit definiert wird, beginnen wir Dinge zu schätzen, in denen wertvolle persönliche Stunden nicht reproduzierbarer Handarbeit stecken, bei denen jeder Schritt nicht das Produkt einer maschinellen Tätigkeit ist, sondern auf die persönliche Stimmungslage, das Zusammenspiel des Zufalls und die eigene Fingerfertigkeit zurückgeht. Deswegen faszinieren uns solche diffizilen Werke, wie die von Lauren DiCioccio, die mit millimetergenauen Handstickereien, einer herzerwärmenden Liebe zum Detail und ganz viel Persönlichkeit Alltagsprodukte in Unikate verwandelt. LENSCRATCH

Fadenknäuelchen und Maschenhäufchen

Bei erstmaligem Betrachten der verschlungenen Knäuel- und Häufchenlandschaften kann eine verzwickte Beklommenheit, zwischen einem unterschwelligen Anfall von aufkommendem Widerwillen und einer, um Objektivität bemühten, Faszination für Konstruktion und Komplexität, entstehen. Hat man sich aber von der Imagination, eine Anhäufung invasiver Bandwürmer zu betrachten, gelöst, kann man das komplexe Kletterseilkonglomerat von Orly Genger umfassend auf sich wirken lassen. Mit speziell entwickelten Häkel- und Stricktechniken baut die New Yorkerin geometrische Türmchen und fließende Häufchen aus massivem Nylonseil und düsterer Acrylfarbe. Neben den verwickelt voluminösen Maschengewächsen züchtet Orly Genger gerne auch arttypische Accessoires. minimal exposition, PICDIT

Blanket Statement – Bärenfell meets Orientteppich

Lise Levebvre bedient für ihr Projekt blanket statement, das beliebte gestalterische Prinzip: Aus alt mach neu. Sie verwendet zwei in die Jahre gekommene Komponenten, die zu Unrecht, durch weniger kratzende Stoffe, verdrängte, handgewobene Wolldecke und den großmauligen Kaminzimmer Klassiker. So entsteht ein irritierend bekanntes Wohnaccessoire. Sieht auch gut in der orientalischen Variante aus. Sweetstation