A Heart a Day – ein Blog mit Herz


15.03.10

Thomas Fuchs ist Illustrator und lebt in New York. Sein Blog ist absolut herzig.  Jeden Tag beschenkt er seine Zuschauer mit Illustrationen in Herzform. Viele seiner Arbeiten sind rein optisch nicht mein Geschmack. Andere wiederum zeugen von einer großartigen Abstrahierungs -und Assoziationsgabe. Der Blog, im Oktober 2009 gestartet, ist noch jung. Man schafft es ohne Weiteres, ihn bis zu seinem Auftakteintrag zurückverfolgen.

Freistil online

 

Mass Black Implosion – Marco Fusinato illustriert in pianoforte


16.02.10

Jede Musikrichtung, jede Melodie und jede Note drückt eine eigene Stimmung, eine unverwechselbare Emotion aus. Noten auf weißem Papier hingegen sind wie eine tote Sprache, zwar für Einige verständlich, aber dennoch nicht lebendig in sich. Allein durch das Sehen einer Komposition wird selten der Charakter einer Musik verstanden oder etwa Gefühle angesprochen. Marco Fusinato hilft bei der Übersetzung und überträgt die Musikstücke in dynamische Illustrationen, die, wie eine Melodie selber, zu kommunizieren scheinen. Über einen Fluchtpunkt verbindet er die einzelnen Noten zu lebendigen Figuren. Ist ein Werk temporeich oder mehrstimmig, stehen also viele Noten ohne Pausen nebeneinander. Die Gestalt ist verdichtet, man spürt die Energie, die das Stück zu vermitteln scheint. Lange Pausen hingegen ergeben ein weitläufigeres, ruhigeres Bild. Die Illustrationen werden selbst Kompositionen und sprechen eine neue, visuelle Sprache – ganz ohne Worte.

Gesehen auf Colt + Rane

 

Karikaturen – Fernando Vincente


02.02.10

Franz Kafka

Die Schwarz-Weiß-Karikaturen von Schriftstellern, Filmemachern  und Politikern sind nur ein Thema um das sich das Schaffen des spanischen Illustrators Fernando Vincente dreht. Von Anatomie über Pin up bis Zehlebrity ist jede Menge Sehenswertes dabei. An den Porträts dieser Persönlichkeiten hier, gefällt mir besonders der Verzerrungsgrad ins extrem Assymetrische hinein, der einerseits das Wesen einer Karikatur trifft, andererseits aber das dümmlich machende Pferdegebiss überflüssig macht, das eigentlich typisch für Karikaturen, den Biografien und Werken der Motive gar nicht gerecht werden würde. Wie gut Vincente die jeweilige Physiognomie seiner Motive im Griff hat, sollen die Fotos veranschaulichen mit denen ich die Namen verlinkt habe.

Winston Churchill

Virginia Woolf

Ernest Hemingway

Andy Warhol

Thomas Mann

Luis Buñuel

Wonderland

 

eBoys are Everywhere


14.01.10

Mit dem vierten Berlin snapshot widmet sich die eye blog Reihe nach Wiyumi, Angela Lorenz und Alessio Leonardi den Pixelartisten von eBoy und ihren wimmelbildartigen Arbeiten, die von der Visakarte bis zum Londoner Taxi nahezu Alles zum urbanen Kunstwerk oder Werbeträger  machen, was nicht niet- und nagelfest ist. Jüngstes Werk der drei, über den Erdball verteilt arbeitenden, eBoys, ist ein Entwurf für Amnesty International (für die Großansicht aufs Bild klicken).

 

Marilynized Monsters – Jesse Lenz’ unfreiwillige Verharmlosung


12.01.10

Jesse Lenz bestückt Ex-Diktatoren von ultralinks bis ultrarechts, Phantasiemonster und andere Geißeln der Menschheit, mit warholschen Marilyn-Monroe-Attributen. Er legt amerikanischen Politikern der Gegenwart das gleiche Make-up an wie ihren Ehefrauen und Erzfeinden. Er schmeisst alle in einen Topf. Denn, auf alle diese Monster wendet er eine These an, die Lüge der gesellschaftlichen und medialen Popularisierung, die aus Mördern Kultfiguren mache. Als Audrucksmittel bedient er die prägnanten Erkennungsmerkmale, des zur Ikone der Pop-Art-Bewegung gewordenen Siebdruckgemäldes von Andy Warhol, seinerzeit kritisch brisant, heute in den Mainstream verbannt. Es würde genau das repräsentieren, was er an der popkulturellen Etablierung von Massenmördern so scharf kritisiert, eine grelle, Glück und Party-Nonstop suggerierende Maske, die dunklsten Abgründe deckelnd.

Meiner Meinung nach, macht er einen Fehler, er gibt nicht die tatsächlichen Ziele seiner Kritik, also Medien und einen undifferenziert konsumierenden Teil der Gesellschaft, der Lächerlichkeit preis, sondern diejenigen, die bewusst und unbewusst popularisiert werden, die Bösewichte der Weltgeschichte. Zumal sich schon jeder Dritte über die, dem Konzept sehr ähnlichen, Yearbook yourself Anwendung zum Deppen der vergangenen Jahrzehnte gemacht hat. Meine These: Lächerlichkeit verharmlost! Schwammig wird es, wenn man sich nicht mehr traut, beispielsweise Grausamkeit mit einer adäquaten Entsprechung visuell aufzuzeigen, und damit einen wahrgenommenen fehlgeleiteten Personenkult zu hinterfragen, vielleicht weil man Angst hat ein Gähnen zu provozieren, oder nicht angestrengt agitatorisch wirken möchte. Auch wenn Lenz mit seiner Interpretation des Warhol Gemäldes, dem er eine, wie er sagt, weitgehend unbekannt gebliebene Medienkritik zuspricht, eine Verurteilung der Verklärung und Ikonisierung dieser Personen anstrebt, popularisiert er sie eigenhändig, in dem er ihren Lach- und Tragewert als T-Shirt erhöht. Da beisst sich die Katze in den Schwanz und seine lange, meinetwegen auch gut hergeleitete Erklärung, liest der ein oder andere vielleicht gar nicht. Visuelle Kommunikation muss selbsterklärend sein, gutgemacht bedarf sie keiner verbalen Decodierung mehr. Von mir gibt es an dieser Stelle nur den erhobenen Zeigefinger. Zu den besprochenen Inhalten geht es über den Link oben.

yeeknew.com

 

Lucas Lanier’s Girls and Roses


09.01.10

Der Argentinier Lucas Lasnier weiß um die Lieblichkeit junger, lächelnder Mädchengesichter und krönt diese mit knospenden und voll ausgebildeten Rosen. Das würde ich schon fast als mutig bezeichnen, zu schnell kann dieVerbindung aus schön und schön in Schwülstigkeit und Kitsch oder purer Langeweile abdriften. Nicht so bei diesen Arbeiten, ich kann mich an den seltenen und lebendigen Gesichtern gar nicht satt sehen. Naja, bevor ich in Ergriffenheit zerfließe, schalte ichjetzt die Kiste aus und machs mir gemütlich.

The Magenta Link

 

Torture Basement – UV Installation


22.12.09

Trapped in Suburbia aus Den Haag, heimliche (Design)-Hauptstadt der Niederlande, haben in Zusammenarbeit mit der Illustratorin Jos Verwer ein für den Anlass passendes Ausstellungskonzept kreiert. Für das Museum GoudA haben sie den Folterkeller neu gestaltet. Um das Ergebnis zu sehen, braucht es Dunkelheit und UV-Licht.

Twitter

 

David Ope – Give me GIF!


08.12.09

Ich versuch hier zu schreiben, obwohl über und unter mir schon ein GIF wuselt. Eine echte Herausforderung überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen. Ich wollte eigentlich auch nur sagen, das ich seit Christine Ericsdotters Röntgenfilmchen mit dem GIF-Fieber infiziert bin und mich immer wieder über gut gemachte Kurzanimationen freue, besonders wenn sie einem derart wohlgestaltet den Kopf verdrehen, wie die von David Ope.

Colectiva

 

Ogilvy-Kampagne für Anorexia-Aufklärung


15.11.09

Nach Nackt ist nun Mager im Museum gelandet, das wurde auch langsam Zeit. Die Kampagne ist von Ogilvy Frankfurt für den Verein Anad, der sich mit dem Thema Anorexia auseinandersetzt. Die Motive, die in Museen zwischen die Originale gehängt wurden, sind nicht nur schockierend, sondern auch erstaunlich gut gemacht. Neben den Bildern hängt ein kleines Schild mit folgendem Text:

Schönheitsideale ändern sich. Medien, Kosmetik- und Modeindustrie diktieren Körpermaße, die bei gesundem Essverhalten unerreichbar sind. Eßstörungen wie Magersucht oder Bulimie werden selbst zum Trend. Während im Ausland Models mit einem Body Mass Index unter 18 keine Arbeitsgenehmigung mehr bekommen, spielt man in Deutschland das Thema immer noch herunter. Helfen Sie uns bei Prävention und Aufklärung: www.antianorexia.net

Die Illustrationen stammen von Remus Grecu. Der 32-jährige hat in Bukarest an der Universität der bildenden Künste erst Malerei und dann Bildhauerei studiert, hat in London gelebt und gearbeitet, u.a. auch Scene Design für verschiedene Musikvideos gemacht und lebt jetzt in Stockholm.

gesehen bei Freistil Online

 

Five Minutes Walking — En Marchant by Ryan Larkin


04.11.09

Wiedermal ein prima Feierabendvideo. Der Film von Ryan Larkin wurde seinerzeit für den Oskar nominiert, in der Kategorie „bester animierter Kurzfilm“. Seinerzeit war 1969. Der Kurzfilm Ryan von Chris Landreth über Larkins bewegtes Leben, gewann 2005 den Oskar ebenfalls in dieser Kategorie.

http://www.dailymotion.com/videox20rhh

gefunden bei  Sprayblog

 

Pappe Made my Day


29.10.09

Was um Alles in der Welt haben Bilder an sich, mit Leuten als Motiv, die angemalte Kartons über den Kopf stülpen und mit Ganzkörperstrick den Rest des Leibes bedecken? Keine Ahnung! Trotzdem möchte ich mich sofort aus dem tristen Großstadt-Herbst in die infantile Idylle im Retrogewand verkriechen, von mir aus auch mit Papphütte auf dem Kopf. Wie auch immer, die Montagen zusammen mit dem Kinderreigen — ebenfalls von Justin Wallis und dem Video aus Mawils Flimmerkiste, helfen prima gegen Dauerregen und geschlossene Wolkendecke. Wohl bekomm’s!

gefunden bei Diskursdisko, Kitsune Noir und Mawil.net

 

Bitte Füttern! — Paper Dolls von Masaki Mizuno


25.10.09

Masaki Mizuno interpretiert mit den Graphit/Gauche-Illustrationen auf illustre Weise die Schöpfungen bekannter Namen der Modewelt. Für das Clear Magazine zieht er den niedlichen Anziehpuppen im nicht mehr ganz so angesagten Magerlook, mehr oder weniger vollständige Outfits an. Von Chanel bis Balenciaga ist alles dabei.

gesehen bei cyana trend land

 

Freistil online — Portal für Illustration


23.10.09

Das Kompendium für Illustration Freistil ist über die Jahre seines Bestehens, zu einer Pflichtlektüre geworden, für jeden der mit Grafik und Illustration im weitesten Sinne zu tun hat. Die ertsmals 2003 erschienene Werkschau der Illustratorenszene ist jüngst online gegangen und kann somit alle interessanten Tangenten des Genre bedienen, welche die Printversion aus Platzmangel und den limitierten Möglichkeiten des Mediums nicht hätte abdecken können. Folgendes haben Raban Ruddigkeit und seine Kollegen mit dem Portal vor:

Wir berichten umfassend aus und über die Welt der Illustration. Editorial-, Advertising- und Fashion-Illus sind ebenso Thema wie Comics, Kunst und Motion. Wir stellen Bücher, Magazine und Websiten vor und rezensieren
Ausstellungen, Messen und andere Events. Illustration heißt für uns auch Streetart, Grafikdesign und – immer öfter – Online-Lösungen. Wir zeigen Diplomarbeiten und stellen Verbände und Schulen vor. Wir berichten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, ohne den Blick nach New York, London und Madrid zu vernachlässigen. Wir sind unabhängig und folgen nur einem Interesse: dem nach überzeugender Qualität.Und jeder kann sich beteiligen. Mit Beiträgen, Kommentaren und konstruktiver Kritik. Die einzige Regel dabei lautet – keine anonymen Einträge. Wir wollen diskutieren und gerne auch streiten. Aber nur mit offenem Visier. Danke fürs Mitmachen und Dabeisein!

 

NYC-Fashion Week – Performance by Nicholas Petrou


16.09.09

Der New Yorker Nicholas Petrou, Modedesigner zypriotischer Herkunft, hat seine diesjährige NYC-Fashionweek Performance auf den Visuals seiner Menswear Kollektion für S/S 2010 aufgebaut. Die durch Illustrationen von Sirichai inspirierten Fotokollagen aus Dress und Photoshop-generierten Patterns, hat er für den Laufsteg mit Ganzkörperanzügen realisiert, deren Alloverprints die Muster aus dem Lookbook zitieren.

gesehen bei unnouveauideal

 

Milch


10.09.09

KazukiTakamatsu

KazukiTakamatsu

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