Lustige Legenden – Fussballerzitate illustriert


12.06.10


»Bei uns wird auf dem Platz zu wenig gesprochen – das könnte an der Kommunikation liegen.« Erich Ribbeck

Fussballweltmeister, Weltmeister der Herzen und manchmal auch Weltmeister im Klopfen von Sprüchen mit hohem Fremdschämpotential. Sie sind fast alles ausser sexy – deutsche Fussballer. Der Stuttgarter Illustrator Thilo Rothacker hat Aussagen von deutschen Fussballern gesammelt die von unfreiwilliger Komik strotzen, sie illustriert und auf Postkarten, Frühstücksbrettchen, Notizblöcken und Buttons unter dem Namen»Volltreffer – aus dem reichen Zitatenschatz der Fußballwelt« verewigt. In der Radio Eins Denkpause gab es gestern auch eine Fussballerweisheit um die Ohren : Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch.“ Lukas Podolski. In diesem Sinne: Auf jede Menge Volltreffer in Südafrika Jungs!

»Fußball ist kein Menschenrecht, aber ein Grundnahrungsmittel.« Marcel Reif


»Wir sind hierher gefahren und haben gesagt: Okay, wenn wir verlieren, fahren wir wieder nach Hause.« Marco Rehmer

(Abbildungen: © Thilo Rothacker)

Fontblog

 

MakeMake Studio für My Robot Friend – Waiting


07.06.10

Grundlage für das Stop Motion-Video für My Robots Friend sind lediglich Papier und Bleistift. Als MakeMake Studio mit Sitz in London bringen die Designer Chris Tozer und Liam Stevens Illustrationen und Grafiken sehr ansehnlich in Bewegung.

FormFiftyFive

 

Uta und Thilo von Debschitz – Fritz Kahn „Man Machine“


29.05.10

Als ich im November 2009 der Animation des Fritz Kahn Plakats Der Mensch als Industriepalast von Henning Lederer einen Beitrag widmete, hatte der Wissenschaftler, Visionär und geistige Vater dieses Plakates noch nicht einmal einen Wikipediaeintrag, das hat mich damals erstaunt, denn der Mann hat Einiges geleistet. Er war Ideengeber der Mensch-Machine-Metapher, die humanbiologische Fakten, Körperfunktionen und -prozesse in einer Weise erklärt und illustriert, die den Menschen in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts am vertrautesten war, mit industriellen Abläufen, mit Maschinen, mit Arbeit.

Er selbst, obwohl Schöpfer dieses starken Bildes vom Menschen als „leistungsfähigste Maschine der Welt“, von dem zahlreiche, interpretierende und nachahmende Werke aus den Bereichen Medizin, Information, Film und Werbung existieren, ist trotz des Einflusses den er auf die Informationsgrafik in der Humanbiologie hatte und seiner zu Lebzeiten großen Beliebtheit als wissenschaftlicher Autor, in Vergessenheit geraten.

Das unscheinbare Schienbein ist in der Lage, mehr als ein Dutzend erwachsene Männer zu tragen

Die Geschwister Uta und Thilo von Debschitz, sie Architektin und Kulturjournalistin, er ein Designer, sind durch Zufall auf das Werk Fritz Kahns gestossen und haben ein Buch über den Visionär und Wissenschaftler erarbeitet. In ihrem Vortrag auf der TYPO Berlin 2010 sprachen sie über dessen Entstehung und Inhalt und zeigten illustratorische und cineastische Rezeptionen auf sein Werk, von Woody Allen, über den Bauhaus Grafiker Herbert Bayer bis zum britischen Pop-Artisten Eduardo Paolozzi.

Aus: Was sie schon immer über Sex wissen wollten von und mit Woody Allen (Spermie)

Die Fülle an Material – von einer Vielzahl verschiedener Illustratoren gezeichnete, in Vergleiche und Metaphern umgesetzte humanbiologische Information – zu finden und zu sichten, zu benennen und zu archivieren, zu scannen und zu kommentieren, war eine zeitliche, finanzielle und emotionale Herausforderung. Das Buch, als Bildband konzipiert, umfasst die Bereiche Biografie, Schaffen und Rezeption und hat eine weltweite, für die Autoren überraschende, Resonanz hervorgerufen. Die gleichnamige Ausstellung im Medizinhistorischen Museum der Charité besuchten 24. 000 Menschen. Seit Januar 2010 kann man Fritz Kahn nun auch in der Wikipedia finden und den Eintrag haben nicht die Buchautoren verfasst.

Der Trailer für das Sundance Festival 2007, ebenfalls inspiriert von Fritz Kahns Metapher

 

FixPix – Eboy for iPhone


03.05.10

FixPix ist eine Art Puzzle für’s iPhone, entwickelt von Delicious Toys und Eboy. Es funktioniert, wie Doodle Jump, durch das Neigen und Schwenken des iPhone. Veröffentlichungsdatum ist noch unbekannt aber das Demo-Video schon fix und fertig.

creativeapplications.net

 

Alpha Girls – Illustrationen by Angela Grossmann


30.04.10

Angela Grossmann sammelt Gegenstände und Geschichten, Dinge aus der Vergangenheit, entsorgt von Sammlern und Findern, Nostalgikern und Träumern. Momentaufnahmen und lang umher getragene Memoiren voll von fremden Erinnerungen und gestrigen Kindheiten, Überbleibsel und Spuren vergangener Generationen, sind die Basis für die Mixed Media Arbeiten. Die kanadische Künstlerin erweckt mit Ölfarbe und Zeichenwerkzeug die Second Hand Fotografien verblichener Jugendjahre auf Papier und Textil zu neuem Leben.

PICDIT

 

Perfekte Augenblicke eines Großstadtchaos


02.04.10

Marco Zamora sieht die perfekten Augenblicke, die alltäglichen, unbeachteten Momente des großstädtischen Treibens, in denen das sonst so Gewöhnliche in einem eigentümlichen Zusammenhang mit der Umgebung zu einem optischen Gleichklang verschmelzen zu scheint. Der junge Illustrator fängt fotografisch solche versteckten urbanen Alltagslandschaften auf den Straßen von L.A. (Kalifornien) ein und fügt mit Pinsel und Feder die Impressionen zu einem collagenartigen Großstadtszenario zusammen. Die detaillierten Illustrationen reflektieren in rauem schwarz-weiß gepaart mit viralen Farbimpulse die Konfrontation von urbaner Eintönigkeit und pulsierendem Leben.

LOUDreams

 

A Heart a Day – ein Blog mit Herz


15.03.10

Thomas Fuchs ist Illustrator und lebt in New York. Sein Blog ist absolut herzig.  Jeden Tag beschenkt er seine Zuschauer mit Illustrationen in Herzform. Viele seiner Arbeiten sind rein optisch nicht mein Geschmack. Andere wiederum zeugen von einer großartigen Abstrahierungs -und Assoziationsgabe. Der Blog, im Oktober 2009 gestartet, ist noch jung. Man schafft es ohne Weiteres, ihn bis zu seinem Auftakteintrag zurückverfolgen.

Freistil online

 

Mass Black Implosion – Marco Fusinato illustriert in pianoforte


16.02.10

Jede Musikrichtung, jede Melodie und jede Note drückt eine eigene Stimmung, eine unverwechselbare Emotion aus. Noten auf weißem Papier hingegen sind wie eine tote Sprache, zwar für Einige verständlich, aber dennoch nicht lebendig in sich. Allein durch das Sehen einer Komposition wird selten der Charakter einer Musik verstanden oder etwa Gefühle angesprochen. Marco Fusinato hilft bei der Übersetzung und überträgt die Musikstücke in dynamische Illustrationen, die, wie eine Melodie selber, zu kommunizieren scheinen. Über einen Fluchtpunkt verbindet er die einzelnen Noten zu lebendigen Figuren. Ist ein Werk temporeich oder mehrstimmig, stehen also viele Noten ohne Pausen nebeneinander. Die Gestalt ist verdichtet, man spürt die Energie, die das Stück zu vermitteln scheint. Lange Pausen hingegen ergeben ein weitläufigeres, ruhigeres Bild. Die Illustrationen werden selbst Kompositionen und sprechen eine neue, visuelle Sprache – ganz ohne Worte.

Gesehen auf Colt + Rane

 

Karikaturen – Fernando Vincente


02.02.10

Franz Kafka

Die Schwarz-Weiß-Karikaturen von Schriftstellern, Filmemachern  und Politikern sind nur ein Thema um das sich das Schaffen des spanischen Illustrators Fernando Vincente dreht. Von Anatomie über Pin up bis Zehlebrity ist jede Menge Sehenswertes dabei. An den Porträts dieser Persönlichkeiten hier, gefällt mir besonders der Verzerrungsgrad ins extrem Assymetrische hinein, der einerseits das Wesen einer Karikatur trifft, andererseits aber das dümmlich machende Pferdegebiss überflüssig macht, das eigentlich typisch für Karikaturen, den Biografien und Werken der Motive gar nicht gerecht werden würde. Wie gut Vincente die jeweilige Physiognomie seiner Motive im Griff hat, sollen die Fotos veranschaulichen mit denen ich die Namen verlinkt habe.

Winston Churchill

Virginia Woolf

Ernest Hemingway

Andy Warhol

Thomas Mann

Luis Buñuel

Wonderland

 

eBoys are Everywhere


14.01.10

Mit dem vierten Berlin snapshot widmet sich die eye blog Reihe nach Wiyumi, Angela Lorenz und Alessio Leonardi den Pixelartisten von eBoy und ihren wimmelbildartigen Arbeiten, die von der Visakarte bis zum Londoner Taxi nahezu Alles zum urbanen Kunstwerk oder Werbeträger  machen, was nicht niet- und nagelfest ist. Jüngstes Werk der drei, über den Erdball verteilt arbeitenden, eBoys, ist ein Entwurf für Amnesty International (für die Großansicht aufs Bild klicken).

 

Marilynized Monsters – Jesse Lenz’ unfreiwillige Verharmlosung


12.01.10

Jesse Lenz bestückt Ex-Diktatoren von ultralinks bis ultrarechts, Phantasiemonster und andere Geißeln der Menschheit, mit warholschen Marilyn-Monroe-Attributen. Er legt amerikanischen Politikern der Gegenwart das gleiche Make-up an wie ihren Ehefrauen und Erzfeinden. Er schmeisst alle in einen Topf. Denn, auf alle diese Monster wendet er eine These an, die Lüge der gesellschaftlichen und medialen Popularisierung, die aus Mördern Kultfiguren mache. Als Audrucksmittel bedient er die prägnanten Erkennungsmerkmale, des zur Ikone der Pop-Art-Bewegung gewordenen Siebdruckgemäldes von Andy Warhol, seinerzeit kritisch brisant, heute in den Mainstream verbannt. Es würde genau das repräsentieren, was er an der popkulturellen Etablierung von Massenmördern so scharf kritisiert, eine grelle, Glück und Party-Nonstop suggerierende Maske, die dunklsten Abgründe deckelnd.

Meiner Meinung nach, macht er einen Fehler, er gibt nicht die tatsächlichen Ziele seiner Kritik, also Medien und einen undifferenziert konsumierenden Teil der Gesellschaft, der Lächerlichkeit preis, sondern diejenigen, die bewusst und unbewusst popularisiert werden, die Bösewichte der Weltgeschichte. Zumal sich schon jeder Dritte über die, dem Konzept sehr ähnlichen, Yearbook yourself Anwendung zum Deppen der vergangenen Jahrzehnte gemacht hat. Meine These: Lächerlichkeit verharmlost! Schwammig wird es, wenn man sich nicht mehr traut, beispielsweise Grausamkeit mit einer adäquaten Entsprechung visuell aufzuzeigen, und damit einen wahrgenommenen fehlgeleiteten Personenkult zu hinterfragen, vielleicht weil man Angst hat ein Gähnen zu provozieren, oder nicht angestrengt agitatorisch wirken möchte. Auch wenn Lenz mit seiner Interpretation des Warhol Gemäldes, dem er eine, wie er sagt, weitgehend unbekannt gebliebene Medienkritik zuspricht, eine Verurteilung der Verklärung und Ikonisierung dieser Personen anstrebt, popularisiert er sie eigenhändig, in dem er ihren Lach- und Tragewert als T-Shirt erhöht. Da beisst sich die Katze in den Schwanz und seine lange, meinetwegen auch gut hergeleitete Erklärung, liest der ein oder andere vielleicht gar nicht. Visuelle Kommunikation muss selbsterklärend sein, gutgemacht bedarf sie keiner verbalen Decodierung mehr. Von mir gibt es an dieser Stelle nur den erhobenen Zeigefinger. Zu den besprochenen Inhalten geht es über den Link oben.

yeeknew.com

 

Lucas Lanier’s Girls and Roses


09.01.10

Der Argentinier Lucas Lasnier weiß um die Lieblichkeit junger, lächelnder Mädchengesichter und krönt diese mit knospenden und voll ausgebildeten Rosen. Das würde ich schon fast als mutig bezeichnen, zu schnell kann dieVerbindung aus schön und schön in Schwülstigkeit und Kitsch oder purer Langeweile abdriften. Nicht so bei diesen Arbeiten, ich kann mich an den seltenen und lebendigen Gesichtern gar nicht satt sehen. Naja, bevor ich in Ergriffenheit zerfließe, schalte ichjetzt die Kiste aus und machs mir gemütlich.

The Magenta Link

 

Torture Basement – UV Installation


22.12.09

Trapped in Suburbia aus Den Haag, heimliche (Design)-Hauptstadt der Niederlande, haben in Zusammenarbeit mit der Illustratorin Jos Verwer ein für den Anlass passendes Ausstellungskonzept kreiert. Für das Museum GoudA haben sie den Folterkeller neu gestaltet. Um das Ergebnis zu sehen, braucht es Dunkelheit und UV-Licht.

Twitter

 

David Ope – Give me GIF!


08.12.09

Ich versuch hier zu schreiben, obwohl über und unter mir schon ein GIF wuselt. Eine echte Herausforderung überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen. Ich wollte eigentlich auch nur sagen, das ich seit Christine Ericsdotters Röntgenfilmchen mit dem GIF-Fieber infiziert bin und mich immer wieder über gut gemachte Kurzanimationen freue, besonders wenn sie einem derart wohlgestaltet den Kopf verdrehen, wie die von David Ope.

Colectiva

 

Ogilvy-Kampagne für Anorexia-Aufklärung


15.11.09

Nach Nackt ist nun Mager im Museum gelandet, das wurde auch langsam Zeit. Die Kampagne ist von Ogilvy Frankfurt für den Verein Anad, der sich mit dem Thema Anorexia auseinandersetzt. Die Motive, die in Museen zwischen die Originale gehängt wurden, sind nicht nur schockierend, sondern auch erstaunlich gut gemacht. Neben den Bildern hängt ein kleines Schild mit folgendem Text:

Schönheitsideale ändern sich. Medien, Kosmetik- und Modeindustrie diktieren Körpermaße, die bei gesundem Essverhalten unerreichbar sind. Eßstörungen wie Magersucht oder Bulimie werden selbst zum Trend. Während im Ausland Models mit einem Body Mass Index unter 18 keine Arbeitsgenehmigung mehr bekommen, spielt man in Deutschland das Thema immer noch herunter. Helfen Sie uns bei Prävention und Aufklärung: www.antianorexia.net

Die Illustrationen stammen von Remus Grecu. Der 32-jährige hat in Bukarest an der Universität der bildenden Künste erst Malerei und dann Bildhauerei studiert, hat in London gelebt und gearbeitet, u.a. auch Scene Design für verschiedene Musikvideos gemacht und lebt jetzt in Stockholm.

gesehen bei Freistil Online