Trailerset Installation – Kunst oder visionäre Wohnanlage?


01.07.10

Für die Inszenrierung von Anton Chechovs Ivanov in einem Amsterdamer Freilichttheater, konzipierte Catherina Scholten 2005 dieses Bühnenbild aus lauter Wohnwagen. Über die Fotos kursierten seinerzeit Gerüchte im Netz, sie seien Ergebnis einer Computerbearbeitung. Sobald das Stück anlief, lösten sich die Gerüchte in Wohlgefallen auf.

Trendland

 

Casa de Karton


03.06.10

Herzallerliebstes Papierparadies von Don Lucho. Leider sind meine Spanischkenntnisse nicht so grande, sonst würde ich gerne mit exklusiven Hintergrundinformationen zum Kartondomizil auffahren. Von Kartoffelreibe über Bettvorleger und Konservenreservoir ist jedenfalls alles im Karton – ein Traum für alle stolzen Besitzer eines Papierhauses.

rebel:art

 

Chewing Art by Simone Decker


25.05.10

Klebrige Kaugummireste, die sich geschickt in frequentierten Fußgängerzonen platzieren und sich unter unscheinbaren Parkbänken verstecken, um sich hartnäckig und ungefragt in unseren Lieblingsteilen zu verewigen, sind ungeliebte Begleiter unseres Alltags. Zum Glück war die Kaugummiaktion von Simone Decker anlässlich der Art Biennale 1999 in Venedig weniger defensiv – nicht auszudenken, wenn da jemand rein gelaufen wäre. Die Frankfurter Künstlerin stopfte die Gassen der italienischen Hafenstadt mit aufgeblasener, durchgekauter und lang gezogener Kaugummimasse und baute aus der klebrigen Materie imponierende Skulpturen in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

booooooom

 

Ivan Navarro – The Eternal We


16.05.10

Iván Navarro nimmt es künstlerisch mit kryptischen Zuständen wie der Unendlichkeit auf, indem er ihr unfassbares Bild anhand von Begriffen aufruft, die Vergänglichkeit symbolisieren. Dafür installiert er Begriffe wie Tod und Beziehung – letzteres durch geniale Wortwahl, in einer einfachen Buchstabenspiegelung,  verdeutlicht – zu sich endlos wiederholenden Spiegelungen. Einige der Installationen des chilenischen Künstlers, erinnern mich irgendwie an einen Roman von Murakami.

Noch mehr Unendlichkeit bei Everyone is an Art Director

 

LED-Landschaften by Jason Bruges Studio


15.05.10

Die Londoner Photonenspezialisten des Jason Bruges Studio inszenieren aus einer Vielzahl von Leuchtdioden diverse Lichtlandschaften an dunklen Plätzchen des kulturell künstlerischen Austauschs. Auf der Mailänder Möbelmesse werden Besucher durch einen synthetischen Garten aus LED-Blumen illuminiert und können, wie auch beim Viktor and Albert Museum in London, ihre eigenen Bewegungen simultan in Lichtreflektion verfolgen. Die LED Felder verfügen über einen eingebauten Schutzmechanismus, der höchstsensibel auf die Umgebung reagiert. Bei bedrohlichen Bewegungen aus der Nachbarschaft tarnen sich die Leuchtdioden durch eigenständiges Ausknipsen. Ein wahrhaft erleuchtendes Spektakel.

http://www.vimeo.com/11074977

http://www.vimeo.com/8802869

Dezeen & Dezeen

 

Home Sweet Home


11.05.10

Spätestens, wenn sich treue Begleiter, wie folgsame Wecker und gefügige Fernbedienungen heimlich dem altehrwürdigen Dienst widersetzten, die akkurate Badartikelordnung nachts gegen die morgendlichen Gewohnheiten ihrer Besitzer rebelliert, sich Haushaltsgeräte zu einem ausgeklügelten Komplott zusammenschließen, um gutmütiges Vertrauen unverfroren zu untergraben und selbst die großherzig aufgenommene Avocado, zu der gerade noch neues Vertrauen geschöpft wurde, einen mit fiesen Schimmelattacken aus dem eigenen Refugium drängen will, wird klar, dass man nirgendwo mehr sicher ist. Glücklicher Weise hat Matthieu Lavanchy einige rettende Praktiken zur Verteidigung des Eigenheims zusammengestellt.

designboom

 

Ein Tunnel in Texas


07.05.10

Neugierige Nachbarn aus Houston, Texas, die 2005 zufällig auf einem routinierten Streifzug durch ihr hegemoniales Hoheitsgebiet den Montrose Boulevard passierten, wunderten sich vielleicht über die eigenwillige Umgestaltung ihrer einst vertrauten heimischen Umgebung. Die architektonische Attraktion zog sowohl Passanten als auch Autofahrer in den Bann und regte zu spontaner Reflexion und intensiver Diskussion an. Die beiden ehemaligen Schulgebäude wurden von Dan Havel und Dean Ruck vor dem bevorstehenden Abriss vollständig umgekrempelt und erlebten so eine Transformation zur ,,Inversion“, die, wie ein schwarzes Loch, die Materie der Häuser von innen absorbierte.

hemmy

 

Badespaß im MoMA by Leandro Erlich


04.05.10

Ein Plantschbecken im Museum sieht man nicht alle Tage, menschliche Unterwasseratmung auch nicht. Aber bekanntlich soll man ja auch nicht alles glauben, was man sieht – vor allem nicht solchen fiesen Trugschlüssen, die unsere leicht manipulierbare Wahrnehmung stets auf unerbittlich intrigante Weise in die Irre treiben. Leandro Erlich jubelt die optische Illusion gekonnt unserem Schubladendenken unter, indem er mit gewohnten Schwimmbadeindrücken: Türkis, Wasser, Einstiegleiter, von der Konstruktion aus zwei Acrylglasplatten, einem mit Wasser gefüllten Zwischenraum und einer weiteren 10cm tiefen Wasserschicht, ablenkt.

Das ultimative Aquariumerlebnis kommt vom: P.S.1 Contemporary Art des MoMA in New York und 21st Century Museum of Contemporary Art in Kanazawa, Japan.

The Modern Artisttevami

 

Kunst aus der Versenkung


01.05.10

Ob der mexikanische Künstler Ivan Puig zufällig auf ein großstädtisches Sumpfgebiet gestoßen ist, oder eine okkulte Technik zur Versenkung konventioneller Alltagsmaterie entwickelt hat, man mag spekulieren, die Wirkung ist jedoch ungewöhnlich außergewöhnlich.

TrendLand

 

Micropolis – bürokratische Stapelarchitektur


27.04.10

In Stunden der unendlichen Monotonie und überkommenden Müdigkeit, in denen Zeit in ewig andauernde Dimensionen zerfließen zu scheint, sehen sich geübte Zeittotschläger wiederkehrend gleichförmigen Verhaltensmustern ausgesetzt. Besonders beliebte Beschäftigungstherapien sind, neben meditativer Notizblockbemalung, die akkurate Neuordnung der gegenwärtigen Schreibtischsystematik. Peter Root scheint ein besonders resoluter Bürostuhlakrobat zu sein, zumindest stapelte der britische Künstler mehr als 100.000 Tackerklammern in 40 Stunden auf eine Fläche von 3×6 Metern. Die urbane Miniaturmetropole aus dichten Wolkenkratzern und vorstädtischen Häusersiedlungen hat beeindruckende Ähnlichkeit mit einer amerikanischen Großstadtlandschaft der Superlative, aufgenommen aus bekannter Vogelperspektive und in realistisch grauem Smogton gehalten. Das Stop Motion Video zeigt auf anschauliche Weise die Entstehung einer ,,Ephemicropolis“.

http://www.vimeo.com/10875342

Für Solche, die sich eher in ländlichen Gebieten beheimatet fühlen, hier ein Beispiel des organischen Städtebaus, ebenfalls von Peter Root. Durch den natürlichen Stärkeklebergehalt der Kartoffelpflanze architektonisch auch um einiges einfacher, dafür aber mit zeitlich zunehmender Sporenbelastung.

designboom und nochmal designboom

 

Container Love


24.04.10

Was man aus und in drei Kubikmetern machen kann, zeigt der britische Designer Oliver Bishop Young mit seinem Projekt SkipWaste, in dem er Müllentsorgungscontainer  zu vollfunktionsfähigen Minierlebnisswelten umgestaltet.

This Blog Rules

 

Robbie Rowlands´Großstadtsanierung


20.04.10

Robbie Rowlands erweist morschen Häusern, rostigen Verkehrsschildern und zu Tode gelangweilten Tapeten die letzte Ehre. Anstatt die ausgediente Alltagsmaterie impulsiv intuitiv niederzureißen, bedient sich der Australier der hohen Kunst des Dekonstruktivismus. Dank ausgeklügelt akkurater Abreißtechnik wird nicht nur demoliert, sondern gleichzeitig auch produziert. Pedantisch genau spaltet er Laternenmast, Dielenboden und Raufasertapete und verhilft so unbeachteter in die Jahre geratener Durchschnittsumgebung zu neuem formvollendetem Eigenleben.

toomuchhotsaucekillsbraincells, GIN palace

 

Fadenknäuelchen und Maschenhäufchen


17.04.10

Bei erstmaligem Betrachten der verschlungenen Knäuel- und Häufchenlandschaften kann eine verzwickte Beklommenheit, zwischen einem unterschwelligen Anfall von aufkommendem Widerwillen und einer, um Objektivität bemühten, Faszination für Konstruktion und Komplexität, entstehen. Hat man sich aber von der Imagination, eine Anhäufung invasiver Bandwürmer zu betrachten, gelöst, kann man das komplexe Kletterseilkonglomerat von Orly Genger umfassend auf sich wirken lassen. Mit speziell entwickelten Häkel- und Stricktechniken baut die New Yorkerin geometrische Türmchen und fließende Häufchen aus massivem Nylonseil und düsterer Acrylfarbe. Neben den verwickelt voluminösen Maschengewächsen züchtet Orly Genger gerne auch arttypische Accessoires.

minimal exposition, PICDIT

 

Das Lichtperlenspiel – L-E-D-LED-L-ED


27.03.10

Diese Display-Installation erinnert mich an das Konzept von Curious Displays, gewissermaßen als ein analoges und interaktives Pendant zu der virtuellen, aus verschiedenen beweglichen Einzelteilen bestehenden, digital bespielbaren Fläche.

Der Titel dieses Kunstwerks bezieht sich auf Hunderte perlenförmiger Leuchtdioden, die auf parallel verlaufenden, horizontalen Drähten aneinandergereiht sind, entlang derer sie hin- und herbewegt werden können. Das ist eine neue Technik für das Aussenden von Licht, bei der ein Ring innerhalb jeder der Perlen das von elektrischem Strom erzeugte Magnetfeld in den Drähten in Energie umwandelt. Tadahiro Suzuki bemüht sich, direkt den Hauptzweck dieser Technik zum Ausdruck zu bringen: die Möglichkeit von “Beweglichkeit”. Sie ist nicht nur Gegenstand einer Ausstellung; BesucherInnen können das Kunstwerk angreifen und fühlen. Der Künstler hat bewusst eine Beziehung zwischen Technik und der Betrachterin/dem Betrachter hergestellt. Dadurch, dass in dem Kunstwerk ein leerer Raum freigelassen wurde, wird die Besucherin/der Besucher außerdem dazu angeregt, ihre/seine Fantasie zu benutzen, damit sie/er selbst die nächste Idee hat. Dieser Zwischenraum könnte für BetrachterInnen eine Anregung dazu sein, sich ein neues Konzept einfallen zu lassen. Das ist der Schwerpunkt bei der Gestaltung dieser Ausstellung.

Text:  ars electronica linz

mat&me
dilight

 

Heimliche Machenschaften in verglasten Vorgärten


23.03.10

Anna Lomax und Lauren Davies von Jiggery Pokery setzten neue Maßstäbe in Sachen schöpferischer Schaufenstergestaltung. Dafür werden alle Register der Süßigkeitenkultur gezogen, Wassereistannen mit Waldmeistergeschmack gezüchtet und Hecken aus zuckrigen Zahnopponenten gepflanzt.

Beautiful/Decay