Alberto Seveso – Tinte im Goldfischglas


12.03.10

Wenn Wasser und Farbe sich zum molekularen Zusammenspiel in einem Wasserbehälter treffen, entstehen dabei manchmal solche versunkenen Luftschlösser, wie bei Alberto Seveso. Zugegeben der Trick ist alt, trotzdem fließt die Farbe beim italienischen Künstler besonders gekonnt zu anschmiegsamen Artungen der Unterwassergewächse.

Hier ein kleiner Einblick in frühere Arbeiten – erstaunlich vielseitig.

beginbeing

 

Rube-Goldberg-Maschine deluxe


08.03.10

Domino Day war gestern. Ok Go zeigen mit Hilfe einer vom Effekt her ähnlichen Installation namens Rube-Goldberg-Maschine eines der viralsten Musikvideos der letzten Zeit und das muss gewürdigt werden:

65 Mitarbeitern und 60 Anläufe, von denen 3 tatsächlich bis zum Ende durchliefen, davon zwei aus ästhetischen Gründen kombiniert, führten zu dem offiziellen Video “This Too Shall Pass”.

xoomix

 

Michael Johansson – Spielzeugnostalgie für Ausgewachsene


08.03.10

Für alle äußerlich Groß Gewordenen, die in ihre Kindheit voller selbstvergessener Begeisterung unzählige Stunden, vertieft in ihren Fantasieterritorien, mit dem Zusammenbau von Modellsätzen verbracht haben und noch heute gerne an das Geräusch des Auseinanderknickens der Plastikrahmen denken, hier ein Stück Nostalgie im angepasst erwachsenen 1:1 Großformat. Fahrbare Untersätze sind seit jeher die Pioniere der Spielzeughierarchie, die Version des Schweden Michael Johansson kommt aber vergleichsweise designsicher in uni Farben daher. In den geschweißten Metallrahmen verstecken sich alle fortbewegungsrelevanten Utensilien vom Dieselmotor bis zur Fahrradklingel. Eine kleine Enttäuschung aber: Alters entsprechend darf nur betrachtet, nicht gebastelt werden!

designboom

 

Google Office steht Kopf


06.03.10

Google creative director Ji Lee geht an die Decke, die Gründe sind aber recht plausibel:

“People fill the floor of their homes with furniture and walls with paintings and pictures. So why are the ceilings left empty? Decorating ceilings was a celebrated art form in the past centuries that somehow got lost through the reductionism of modernism. People don’t look at the ceiling anymore. It’s a dead space. So I wanted to bring a small wink to this space. I also liked the idea that somehow there’s a parallel world which coexists with ours.”

Die kopfstehende Kleinkunst versteckt sich derzeit in den kreativen Quadratmetern des heimisch und dienstlichem Hoheitsgebiet Lees – auf der anderen Seite der Schwerkraft versteht sich. Maßgeschneiderte Miniaturreiche gibt es auf Anfrage. Preis für eine persönliche Parallelwelt leider unbekannt.

ignant

 

RGB-Messie – Portia Munson gibt den Farbton an


05.03.10

Portia Munson kombiniert in ihren Installationen die Angewohnheiten eines Messies mit denen eines Pedanten. Sie sammelt unzählige gebrauchte und unbrauchbar gewordene Plastikgegenstände und wirft sie entweder wahllos als große Farbfamilie auf einen Haufen, oder stellt durch akribische Anordnung fließende Übergänge von einer Farbnuance zur anderen her. Pink scheint bei Portia Munson ein ebenso beliebtes Thema zu sein wie bei dieser Farbsortiererin.

iGnant

 

Feingefühl für Fisch – Paramodels Sushimobile


26.02.10

Nein, mit Essen spielt man nicht. Zum Glück sind die japanischen Leckerlies auf dem Rücken der Spielzeugtrucks nur aus Plastik. Zum Aufessen wären die kleinen Kunstwerke aber erstens sowieso zu schade und mit ca. 270 $ pro Auto auch recht kostspielig. Die Mini LKWs, übrigens eine bekannte japanische Spielzeugautoserie namens ,,Tomica“, wurden vom japanischen Design Duo Paramodel aus Osaka, Tokio mit Aal und Kugelfisch beladen. Yasuhiko Hayashi und Yusuke Nakano zeigen bei ihren Teller-Truck Installationen schmackhaftes Feingefühl – ein Einklang aus Form, Farbe und Fisch.

Das spielzeugfanatische Designduo hat nicht nur Autos, sondern auch Eisenbahnschienen ausgekramt. Was von weitem aussieht wie quirlige Farbadern sind tatsächlich tausende, kleine, blau kolorierte Schienenteilchen, die sich über Dielen und Decken, Wald und Wiesen schlängeln. Wer genauer hinsieht, entdeckt vielleicht auch Bahnhöfe oder Weichen zwischen Blattwerk und Heizungsrohr – good luck!

meterdown, pingmag

 

Gemüsekunst trifft Installationsspektakel


23.02.10

Maiskolben, Opas Aktenkoffer, Schaufensterpuppen, überdimensionale Styroporeier –  was auch immer der schwedische Künstler Carl Kleiner anfasst, irgendwie gerät es in einen kreativen Zusammenhang. Diesem Phänomen könnte die Tatsache zugrunde liegen, dass seine Arbeiten gleichermaßen aus Collage und Fotografie bestehen. Diese furchtbare Vielseitigkeit führt einen auch in seinem Portfolio von der Gemüsekunst über Modefotografie bis hin zum Installationsspektakel – kurios kunterbunt. Übrigens habe ich mich heimlich in den Zwiebelelefanten verliebt.

pitchdesignunion und etoday

 

Drillcores – Sinta Werners & Markus Wüstes Wandausschnitte


22.02.10

Sinta Werner beschreibt selbst am Besten, was es mit diesen „Ausschnitten“ auf sich hat, die sie in Zusammenarbeit mit Martin Wüste aus Baumaterialien zu Bohrkernen montiert hat:

In meinen malerischen und architektonischen Installationen gibt es fast immer einen festen Betrachterstandpunkt, von dem aus der Raum verflächigt wird und bildhaft erscheint. Verläßt man diesen Punkt, wird die Illusion von Flächigkeit entlarvt. Das Zusammenspiel von Ausstellungsraum und zusätzlich eingebauten Architekturelementen erscheint nun instabil, kubistisch aufgebrochen und fragmentiert. Im Mittelpunkt meiner künstlerischen Auseinandersetzung steht das Interesse für Raumwahrnehmung und ein durch diese ausgelöstes Gefühl von Irritation, Desorientierung und Schwindel. Bei den installativen Arbeiten reagiere ich auf die vorgefundenen Räumlichkeiten, indem ich diese spiegele, verdoppele oder fremde Architekturbestandteile hinzufüge. Dazu verwende ich Mittel, die einer zentralperspektivischen Konstruktion entsprechen, sowie anamorphotische Prinzipien und Camouflage.

today and tomorrow

 

Morells Fotoprojektionen oder die Magie der Lochkamera


13.02.10

Die Zimmer sind an sich kahl, weiße Wände, kaum Dekoration, wenig Möbel – typische Studentenbuden mag man sagen. Abelardo Morell taucht diese mit Hilfe des Camera Obscura Effekts in Projektionsflächen, Projektionsflächen für die Sehnsucht nach Ferne. Als wären die Wände Türen, tritt man in die Außenwelt ein. Mit viel Feingespühr hat Morell die Bilder ausgewählt. Er hat in die tiefe Seele der Räume geblickt und kennt jetzt ihren Charakter wie niemand anderes. Natürlich weiß er, dass jedem Zimmer nur ein ganz bestimmtes Bild gefällt und in welcher Stadt sie leben weiß er auch. Gegenstände, die sich im Raum befinden, verbinden sich mit den Projektionen. Muster überlagern sich und Möbel, Bilder, Strukturen werden Teil der Installation, in die man eintaucht. Innen- und Außenwelt, Realität und Fiktion werden eins – und das alles mit einer Lochkamera.

Central Park Looking North, New York

Santa Maria Della Salute, Venice

Grand Canal With Bridge

View of Volta del Canal, Venice

Bei längerem Hinsehen kann sich eine gewisses Gefühl von Unruhe und Beklemmnis einstellen. Der erneute Beweis dafür, dass unsere Wahrnehmung nach Ordnung strebt – upside down Projektionen also ausgeschlossen. Das kann man aber sicher üben, wie mit dem Gleichgewicht und Karussell fahren.

Gesehen auf TheNewYorkTimesStyleMagazine und Everyoneisanartdirector

 

Ordinär ist anders – Tara Donovan bringt Pappteller zum Leben


09.02.10

Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit, Individualität und Einmaligkeit: Das sind die neuen Tendenzen. Tara Donovan weiß das schon seit einem Jahrzehnt und recycelt Alltagsgegenstände zu Kunst, verwandelt ordinäre Massenprodukte zu Unikaten. Pappteller, Plastikbecher, Knöpfe und Klebeband: Dinge, die wir als einzelne Gegenstände täglich wahrnehmen. Durch Akkumulation wachsen sie zu futuristisch, lebendigen Landschaften – eine Metamorphose aus industrieller Produktion und organischer Formgebung aus New York.

Wolke aus schätzungsweise 735620 Plastikbechern und 289 Tuben Kleber.

Strohhalme gestapelt.

Knöpfe und Kleber.

Pappteller und Kleber.

Bleistifte und Kleber.

Gerissen und gestapelte Dachpappe.

butdoesitfloat

Acegallery

 

Challenge the Ordinary – Installationskunst von Lina Jaros


08.02.10

Das sind nicht einfach nur schöne Fotos. Lina Jaros will uns herausfordern, stellt unsere Phantasie auf die Probe – oder vielmehr unser Schubladendenken. Mit einer klaren Vorstellung von Realität begegnen wir unserer alltäglichen Umgebung, bewerten alles nach dem Parameter Logik. Doch was passiert, wenn Gegenstände ihrer alltäglichen Umgebung entlaufen, wenn unsere visuellen Sinneseindrücke nicht mehr in Schubladen zu verstauen sind. Die schwedische Künstlerin will kategorisches Denken aufbrechen und lädt zur Neuinterpretation unserer Wahrnehmung ein, denn wer hat überhaupt gesagt, dass pinke Socken nicht an Bäumen wachsen?

Lina Jaros Arbeiten sind von Juni bis September 2010 in der Odenplan Subway Station in Stockholm ausgestellt.

We Looked Like Giants

 

Synchroncamping – Adad Hannah’s Twins Project


24.01.10

Man nehme 5 Zwillingspaare unterschiedlichen Alters, 2 mal Campingausrüstung in identischer Ausführung, ordne alles auf einer geräumigen Fläche dekorativ und synchron an, erstelle eine ca. 10-minütige Dramaturgie und fertig ist das Synchroncamping.  Adad Hannahs Zwillingsprojekt hat durchaus das Potential zur olympischen Disziplin.

trendbeheer

 

Anteroom – Im Vorzimmer von James Nizam


07.01.10

Booooooom-Jeff hat eine sehr gute Entsprechung für die Arbeiten von James Nizam gefunden. Er vergleicht die Räume in verlassenen Häusern, an deren Wände James Nizam, Fotos von gepflegtem oder verwahrlostem Gelände projeziert, mit einer Camera Obscura, die auch ein auf dem Kopf stehendes Abbild der Wirklichkeit zeigt. Der Kanadier selbst, nennt seine Reihe „Anteroom“ und die Titel der Arbeiten geben lediglich das wieder, was sie darstellen z.B. „CAT in Room“, „Monsterhouse in Room“oder „Rhododendron in Room“.

BOOOOOOOM

 

Night Lights – Interactive Playground


06.01.10

Night Lights ist eine interaktive Projektion auf das Auckland Ferry Building. YesYesNo hat zusammen mit The Church, Inside Out Productions und Electric Canvas einen interaktiven Spielplatz aus dem Gebäude gemacht. 3 verschiedene Arten der Interaktion – die Interaktion der Zuschauer auf zwei Bühnen, Hand-Interaktion über einem Leuchttisch, Telefoninteraktion durch die Verfolgung herumgewedelter Handys.

SwissMiss, Today and Tomorrow

 

Handy Bells


25.12.09

Mobile Mobile von LBi aka Lost Boys international, Looks Better inside und Little Breasts incorporated.

swiss miss