Resign – Design


22.05.10

Im Hintergrund des sich gesellschaftlich breit machenden Wegwerfsyndroms, kommt es immer wieder vor, dass unmodisch erscheinende Einrichtungsgegenstände, welche stets treu gesinnt zur Seite gestanden haben, schlichtweg durch etwas Neues, Besseres, Größeres ersetzt werden und nach jahrelanger Überlastung angeknackst und unbarmherzig beim Sperrmüll abgeladen werden. Schade eigentlich, denn Francesca Pelliconi zeigt, dass man mit Kreativität statt Passivität aus den treuen Begleitern durchaus noch individuelle Raumausstattung fertigen könnte.

TRIANGULATION

 

Home Sweet Home


11.05.10

Spätestens, wenn sich treue Begleiter, wie folgsame Wecker und gefügige Fernbedienungen heimlich dem altehrwürdigen Dienst widersetzten, die akkurate Badartikelordnung nachts gegen die morgendlichen Gewohnheiten ihrer Besitzer rebelliert, sich Haushaltsgeräte zu einem ausgeklügelten Komplott zusammenschließen, um gutmütiges Vertrauen unverfroren zu untergraben und selbst die großherzig aufgenommene Avocado, zu der gerade noch neues Vertrauen geschöpft wurde, einen mit fiesen Schimmelattacken aus dem eigenen Refugium drängen will, wird klar, dass man nirgendwo mehr sicher ist. Glücklicher Weise hat Matthieu Lavanchy einige rettende Praktiken zur Verteidigung des Eigenheims zusammengestellt.

designboom

 

Doris Salcedo – Nischenkunst in Istanbul


22.04.10

Nicht zu verwechseln mit einer überdimensionalen Anhäufung Sperrmüll oder einer monoton verlaufenden Haushaltsauflösung, ist die, zugegeben nicht ganz neue, aber immer wieder imposante, Installation von Doris Salcedo. Für die internationale Biennale 2003 in Istanbul stapelte die Kolumbianerin, die auch ansonsten ein Fable für alltägliche Materialien und ihre Gebrauchsspuren zu haben scheint, rund 1600 Stühle zwischen zwei Hauswänden.

Vielleicht diente Salcedos Stapelstuhlaktion als Vorlage für die um sich greifenden akrobatischen Kuschelaktionen in anderen urbanen Nischen.

LIVED REALITIES

 

Stratis Vogiatzis´ Erinnerungen an vergessene Existenzen


11.04.10

Vor der ionischen Küste Kleinasiens, in südlichen zurückgezogenen Landschaften der griechischen Insel Chios, befinden sich vergessene Dörfer. In traditionellen Gebieten, wie Mastichochoria, lebten einst Generationen von Familien in vertrauter Verbundenheit allein von der Landwirtschaft mit wertvollem Naturharz. Heute sind viele Wohnhäuser verlassen, doch die Geschichten der ehemaligen Bewohner leben in den Gebäuden weiter. Jeder Stuhl, jedes Bild scheint die Menschen, ihre Charaktere widerzuspiegeln, ist geprägt von Zeichen der Zeit, Geschichten von Generationen, Erinnerungen und Existenzen. Auch Stratis Vogiatzis lebte einst in Chios. Die Bilder zeigen seine Retrospektive, vermitteln sein Gefühl von Heimat, das Behagen von Häuslichkeit, die Ruhe und doch gleichzeitig die Lebendigkeit der Räume. Die mediterranen Wandfarben sind wie verblasste Spuren der Zeit. Sie erzählen eine Geschichte – jedes Haus, jedes Zimmer seine eigene. Die Bilder hängen noch an den staubigen Wänden, die Möbel, die Gegenstände befinden sich noch immer an ihren ureigenen Plätzen, die Türen und Fenster stehen offen, wie sie es immer taten.

The Diversion Project & REAL LIFE IS ELSEWHERE

 

Bestandsaufnahmen gesellschaftlicher Tabubezirke


16.03.10

Zweisitzer oder Eckcouch, Wackeldackel oder Wandteppich, Biber Bettwäsche oder Satinlaken: all das gilt als wichtiger Informationsträger der demografisch bis psychografischen Analyse eines Haushüters. Doch wie prägt persönliche Individualität Plätze der architektonischen Analogie und stilistischen Systematik außerhalb heimischer Sphären. Jürgen Chill hat sich Gefängsniszellen und Bordellstuben mal von oben angeschaut und sich auf eine preisgekrönte fotografische Ermittlung in Vogelperspektive begeben. In Frontalperspektive sind die Arbeiten übrigens auch im Oktober auf der Expo 2010 in Shanghai, China im Deutschen Pavillon ausgestellt. Abgesehen von der farblichen Verschiedenheit und differenzierenden 4qm ca. wirken die Räumlichkeiten doch erstaunlich ebenmäßig.

Bordelle auf hundertmark, Zellen auf popchili

 

Maarten Wetsema – Meilensteine der Hundeportraitfotografie


10.03.10

Große Hunde, kleine Hunde, wuschelige Hunde, Kurzhaarhunde. Die niederländische Fotografin Maarten Wetsema hat offensichtlich eine Vorliebe für Hunde – und Möbel. Wer sonst würde 4 ganze Fotoserien (Daan and Jacob, Dogs in their Domestic Environments, Portraits of Dog, Dogshoots) der Hundportraitfotografie widmen. Die Theorie, dass Herrchen und Hund sich oftmals erstaunlich ähnlich sehen, ist unter Hundekennern weit verbreitet. Ob das Gleiche jedoch auch für Hund und Heimchen gilt, wurde bisher noch nicht tiefgehend thematisiert. Wie dem auch sei, bei Wetsema stimmen Hintergrund und Hund wie Hund zu Herrchen.

lenscratch, if it´s hip it´s here

 

Google Office steht Kopf


06.03.10

Google creative director Ji Lee geht an die Decke, die Gründe sind aber recht plausibel:

“People fill the floor of their homes with furniture and walls with paintings and pictures. So why are the ceilings left empty? Decorating ceilings was a celebrated art form in the past centuries that somehow got lost through the reductionism of modernism. People don’t look at the ceiling anymore. It’s a dead space. So I wanted to bring a small wink to this space. I also liked the idea that somehow there’s a parallel world which coexists with ours.”

Die kopfstehende Kleinkunst versteckt sich derzeit in den kreativen Quadratmetern des heimisch und dienstlichem Hoheitsgebiet Lees – auf der anderen Seite der Schwerkraft versteht sich. Maßgeschneiderte Miniaturreiche gibt es auf Anfrage. Preis für eine persönliche Parallelwelt leider unbekannt.

ignant

 

Derrière Paris – kuschelig kulinarisch


20.02.10

Ob das Essen im Derrière Restaurant in Paris gut ist weiß ich nicht, aber eigentlich geht es hier ja auch gar nicht ums Essen. In einer Stadt, die stetigem Wachstum und schnellem Wechsel ausgesetzt ist, in der Touristen, Vergnügung und Attraktionen die Straßen füllen, findet man auch solche kleinen, versteckten aber lauschigen Plätze wie das Derrière. Das Restaurant wirkt wie ein Mix aus einem alten französischen Barockhaus und einer gemütlichen Berliner Studentenwohnung, alles ein bisschen unordentlich und zusammengewürfelt, aber mit dem gewissen Etwas. Vielleicht sind es die alten Tapeten, die überfüllten Bücherregale, die Secondhand Möbel oder die Tischtennisplatte im Zimmer, die dem Restaurant die Wärme und Wohnlichkeit verleihen und den Besuch mehr wie ein Abendessen bei Freunden erscheinen lassen. Hinter einem alten Holzschrank verbirgt sich à la Anne Frank Haus ein kleines Raucherzimmer, in dem sicher auch bekennende Nichtraucher schon lauschige Stunden verbracht haben. Denn in der Stadt der Liebe pflegt man auch die Liebe zum Detail. Und das Essen ist sicher auch ganz passabel.

Gesehen auf Yatzer

 

Papertecture – Oktavillas Magazinwand


17.02.10

Was liegt näher als die Innenarchitektur des Büros eines auf Layout spezialisierten Designstudios auf sein meistbespieltestes Medium abzustimmen. Das Architektenteam Elding Oscarson bündelte unzählige Magazine und rammte sie anstatt massiven Materials als Innenwand in das Büro der schwedischen Kommunikationsdesigner von Oktavilla. Eine durchaus kreative und ansehnliche Art der Entsorgung ausgelesener Hochglanzpresse.

Fubiz

 

Love + Lala = Lola


15.02.10

Diese Lichtkunstinstallation stammt aus einer Kooperation mit den Produkt- und Interiordesignern von llot llov und dem Fashion Label lala Berlin. Alte Lampenschirme dienen als Basis für das Design aus blaugrauen Maschen, Fäden und Perlen. Wie ein Gewächs rankt die überdimensionale Lichtkomposition von der Decke des Berliner Stores und schafft eine Symbiose aus Interior und der Mode des Stricklabels. Wer bisher also bei Maschenware lediglich an kratzige Wollpullover oder in unmöglichen Farben geringelte Socken gedacht hat, wird jetzt eines Besseren belehrt.

Die reduzierte zu Hause Variante.

Gesehen auf quite contrary und designboom

 

Couch – Couture


03.02.10

Auf der Suche nach einem neuen Sofa?

Zugegeben, vielleicht ist das ein oder andere nicht wirklich bequem, dafür werden deine Freunde Augen machen, dass du dich nicht für den 0815 Möbelhausklassiker entschieden hast. Ob man darauf sitzen kann, ist dann ja auch eher nebensächlich, als Designobjekt macht so ein Sofa auf jeden Fall viel her.

Morfeo Sofa Sleeper – Giovannoni & Rodrigo Torres for domodinamica

Es ist kein außerirdisches Sitzobjekt, es ist ein Schlafsofa. Hoffentlich fängt es nachts nicht an zu sprechen. Ansonsten sicher eine gelungene Kombination aus Form und Funktion.

LED Lighting Sofa – Colico

Praktisch ist: man kann es farblich per Fernbedienung an seine Gemütslage oder neue Haarfarbe anpassen, vom Design her allerdings nicht wirklich spektakulär.

Lips Sofa – Salvdor Dali & Oscar Tusquets

Sitzobjekte in Körperformen gibt es natürlich schon lange. Die Idee stammt aus den 70ern hat durch neue Technologie jetzt aber auch neuen Ausdruck gefunden.

Glossy Lipstick Sofa – Sand & Birch

Das hier ist mit Silikon beschichtet und schreit nach Aufmerksamkeit.

Tensile Sofa – Therese Glimskär

Für mich eine gelungene Kombination aus kontemporärem Design und Funktionalität – mein Favourit.

Toxel

 

Brush Tables


04.05.09

© Jason Taylor, Scrub Together

© Jason Taylor, Scrub Together
© Jason Taylor, Lazy Cleaner Stools

© Jason Taylor, Lazy Cleaner Stools

Via StyleSpion

Riesenbürsten von Jason Taylor. Als Hocker, Tische oder Bänke halten hunderte von feinen Borsten das Möbelstück in Form und erlauben ein komfortables und ‘sauberes’ Wohngefühl. Die Preisspanne der Stücke liegt umgerechnet zwischen 300 und 450 Euro.

Der Brite designt aber noch weitere skurrile Objekte, die ihr in voller Blüte auf seiner Website anschauen könnt.

© Jason Taylor, Imagine Brush Table

© Jason Taylor, Imagine Brush Table
 

Hide & Seek with Skin Furniture


01.05.09

“You’ll feel like playing hide and seek! (…) it’s all about changing the point of view, one’s way of perceiving things”. Nacho Carbonell

© Nacho Carbonell

© Nacho Carbonell
© Nacho Carbonell

© Nacho Carbonell
© Nacho Carbonell

© Nacho Carbonell

Nacho Carbonell designt ‘Skin Furniture’. Abstrakte Möbel, die mit einer elastischen Schicht überzogen die Möglichkeit bieten, Objekte direkt unter der ‘Haut’ zu platzieren. Somit kann jeder seinem Möbelstück eine ganz persönliche Note verschaffen, Formen variieren und mit Objekten experimentieren. Der Benutzer soll dazu angeregt werden mitzudenken und mitzugestalten. Wer einfach mal den Kopf in den Sand bzw. in den Tisch stecken möchte, der ist dazu natürlich auch herzlich eingeladen.

Seine Arbeiten wurden u.a  auf der Milan Salone 2009, der internationalen Möbelaustellung in Mailand, ausgestellt.

 

Light Bulb by Jeff Lieberman


18.02.09

© Jeff Lieberman

© Jeff Lieberman

Light Bulb ist eine freischwebende Lichtkonstruktion von Jeff Lieberman. Keine Photoshopmanipulation! Basierend auf elektromagnetischen Gesetzen, schwebt die Birne ohne physikalischen Kontakt in der Luft. Und unabhängig davon, dass der Stromverbauch im Vergleich zu anderen Lichtquellen dieser Art verschwindend gering ist, überzeugt die neue LAN Konstruktion zusätzlich durch einen unverwechselbares Design.

 

Road Kill Carpet by oooms


29.10.08

Road Kill, Design by oooms

Road Kill, Design by oooms

Wer sich den Road Kill Teppich der niederländischen Designer oooms ins Zimmer legt, beweist Hang zum Makaberen. Ein überfahrener Fuchs ziert den flauschig weichen Wollteppich, die Designer versuchen das dann so zu verkaufen:

Do you know the feeling that you do not want to take a look at something, but you still do? The Road Kill carpet is a continues struggle between attraction and repulsion. It’s a warm, soft, cuddly carpet that attracts you to take a nap on it. But at the same time its a repulsive image of a car-flattened, bloody fox.

Der Kauf des Teppichs kann entsetzte Ausrufe von Gästen, weinende Kinder und demonstratives Wegsehen zur Folge haben- sollte man sich das wirklich antun?!

Via: Neatorama