Resign – Design

Im Hintergrund des sich gesellschaftlich breit machenden Wegwerfsyndroms, kommt es immer wieder vor, dass unmodisch erscheinende Einrichtungsgegenstände, welche stets treu gesinnt zur Seite gestanden haben, schlichtweg durch etwas Neues, Besseres, Größeres ersetzt werden und nach jahrelanger Überlastung angeknackst und unbarmherzig beim Sperrmüll abgeladen werden. Schade eigentlich, denn Francesca Pelliconi zeigt, dass man mit Kreativität statt Passivität aus den treuen Begleitern durchaus noch individuelle Raumausstattung fertigen könnte. TRIANGULATION

Home Sweet Home

Spätestens, wenn sich treue Begleiter, wie folgsame Wecker und gefügige Fernbedienungen heimlich dem altehrwürdigen Dienst widersetzten, die akkurate Badartikelordnung nachts gegen die morgendlichen Gewohnheiten ihrer Besitzer rebelliert, sich Haushaltsgeräte zu einem ausgeklügelten Komplott zusammenschließen, um gutmütiges Vertrauen unverfroren zu untergraben und selbst die großherzig aufgenommene Avocado, zu der gerade noch neues Vertrauen geschöpft wurde, einen mit fiesen Schimmelattacken aus dem eigenen Refugium drängen will, wird klar, dass man nirgendwo mehr sicher ist. Glücklicher Weise hat Matthieu Lavanchy einige rettende Praktiken zur Verteidigung des Eigenheims zusammengestellt. designboom

Doris Salcedo – Nischenkunst in Istanbul

Nicht zu verwechseln mit einer überdimensionalen Anhäufung Sperrmüll oder einer monoton verlaufenden Haushaltsauflösung, ist die, zugegeben nicht ganz neue, aber immer wieder imposante, Installation von Doris Salcedo. Für die internationale Biennale 2003 in Istanbul stapelte die Kolumbianerin, die auch ansonsten ein Fable für alltägliche Materialien und ihre Gebrauchsspuren zu haben scheint, rund 1600 Stühle zwischen zwei Hauswänden. Vielleicht diente Salcedos Stapelstuhlaktion als Vorlage für die um sich greifenden akrobatischen Kuschelaktionen in anderen urbanen Nischen. LIVED REALITIES

Stratis Vogiatzis´ Erinnerungen an vergessene Existenzen

Vor der ionischen Küste Kleinasiens, in südlichen zurückgezogenen Landschaften der griechischen Insel Chios, befinden sich vergessene Dörfer. In traditionellen Gebieten, wie Mastichochoria, lebten einst Generationen von Familien in vertrauter Verbundenheit allein von der Landwirtschaft mit wertvollem Naturharz. Heute sind viele Wohnhäuser verlassen, doch die Geschichten der ehemaligen Bewohner leben in den Gebäuden weiter. Jeder Stuhl, jedes Bild scheint die Menschen, ihre Charaktere widerzuspiegeln, ist geprägt von Zeichen der Zeit, Geschichten von Generationen, Erinnerungen und Existenzen. Auch Stratis Vogiatzis lebte einst in Chios. Die Bilder zeigen seine Retrospektive, vermitteln sein Gefühl von Heimat, das Behagen von Häuslichkeit, die Ruhe und doch… [weiterlesen]