Checks on Canvas


09.05.10

Umgeben von Wald und Wiese, Amsel und Sperling, Frischluft und Wanderpfad kann man ganz ungehemmt verborgener Kreativität und seichter Schwärmerei freien Lauf lassen und voller Inbrunst zu Meisterwerken der hohen Kunst aufsteigen. Wie Hank Schmidt in der Beek in den Zillertaller Alpen – Bob Ross wäre sprachlos.

rebel:art

 

Phil Ashcroft – post-industrial strength


02.11.08

© Phil Ashcroft, Solar System Parameters

© Phil Ashcroft, Solar System Parameters
© Phil Ashcroft, Detroit (study)

© Phil Ashcroft, Detroit (study)

Phil Ashcroft- als ich seine Bilder das erste Mal sah, schossen mir zahlreiche Assoziationen, Stilrichtungen und mögliche Einflüsse durch den Kopf. Die Arbeiten des Briten sind äußerst kraftvoll und grafisch. Die Stalaktiten die seine Leinwände einnehmen, wirken wie Überbleibsel des industriellen Zeitalters. Gefährlich spitz, kühl und kubistisch anmutend. Seine Formen und Farben durchbrechen die Flachheit der Leinwand, sie scheinen in eine andere Ebene überspringen zu wollen.

Ashcroft nennt Abstrakten Expressionismus, britische Landschaftsmalerei, 80er Jahre Graffiti, den Film Bladerunner und japanische Holzschnitzereien als Inspiration. Mitte der 90er Jahre machte Ashcroft seinen Abschluss am Central St. Martins College of Art and Design. Er ist Mitglied des renommierten Scrawl Collective, ein Zusammenschluss von Designern, Illustratoren und Artists, aus den Bereichen Grafikdesign, Street Art, Graffiti und Malerei.

Via: Rojo

 

Pfundig. Die Bilder von Jenny Saville.


05.10.08

© Johnie Shand Kydd

© Johnie Shand Kydd

Was macht Kunst aus? Ist sie schön? Liegt sie im Auge des Betrachters? Ist sie politisch oder gesellschaftskritisch? Oder doch nur ein Handwerk, das jener beherrscht und ein anderer nicht? Jenny Saville ist kunstfertig. Und sie nimmt Stellung zu einem Thema, das aus allgemeinem Überdruss gerade mal wieder nicht en vogue ist. Übergewichtige Frauen, ihr weißes, üppiges Fleisch sind ihre Inspiration. Unsere Gesellschaft, die trotz Dove-Werbekampagne und Cat-Walk-Streik in Spanien weiterhin das Bild einer allzeit bereiten, überschlanken Frau propagiert (neuester Auswuchs: Größe 0!) findet dicke Frauen nicht schön. Sie findet sie faul, unbeherrscht, manchmal sogar abstoßend. Mit ihrer Kunst schafft Saville eine Nische für übergewichtige Frauen in der gegenwärtig visuellen Kultur. Nicht nur ihre Motive, auch die Formate sind zumeist massige, großformatige, fast riesige Ölgemälde. Der Vergleich mit Rubens muss nicht unterstellt werden, die Künstlerin zieht ihn selbst. Da unser Blick nun schon so sehr an das gängige Schöne gewohnt ist, wirken ihre Bilder durchaus schockierend. Wenn dicke Leiber sich gegen Glasplatten drängen, jede einzelne Speckrolle on display, da hält man schon mal kurz den Atem an. Schön ist das nicht. Aber warum eigentlich nicht?

Ein visuell sehr fesselndes Bild von Saville ist die Darstellung eines Transvestiten, der mit einem echten Penis und falschen Brüsten ausgestattet ist. Die Künstlerin selbst führt aus: „Mit dem Transvestiten war ich auf der Suche nach einem Körper, der sich zwischen den Geschlechtern bewegt. [...] Vor dreißig oder vierzig Jahren hätte solch ein Körper nicht existieren können, und ich hielt Ausschau nach einer Art Gegenwartsarchitektur des Körpers.

 

 

Der junge James Trimmer


30.09.08

Tote Tiere, Tiere mit Verletzungen und vermenschlichte Tiere, das Werk von James Trimmer ist befremdlich und seltsam. Kräftig sind seine Pinselstriche und allgegenwärtig ist die Traurigkeit die wie eine Schicht unsichtbare Farbe über seinen Bildern liegt. Die Grausamkeiten und Verletzungen die den Tieren zugefügt wurden scheinen von Menschenhand zu stammen, und es scheinen auch Menschen zu sein, welche die Tiere in Kostüme und Szenerien zwangen.

Trimmer, Jahrgang ’86, ist ein Künstler aus Wellington, Neuseeland, gerade erst beendete er seinen Bachelor of Fine Art Painting an der University of Brighton. Er steht erst am Anfang, doch der junge Trimmer ist einer von dem man hören wird.

Via: Flanell Apparel

© James Trimmer

 

Michael Marsicano malt


25.09.08

Mit seinen Bildern erzählt er alles und nichts. So fängt auch die Betrachtung an des Bildes vom Mann im Hai. Ist es die Geschichte eines vom Hai gefressenen Mannes. Oder die des vom Mann getöteten Hais? Es ist nicht eindeutig, was hier los ist. Klar ist: der Hai ist tot. Offensichtlich ist aber auch, dass der Mann im toten Hai lebt. Sicherlich wär er lieber woanders, das verrät die stille Panik in seinem Gesicht. Oder ist es Hoffnung? Hört er, dass sich da jemand nähert? Wer weiß, wie lange er schon angespült am Strand liegt. Vielleicht hat er das Hoffen schon nicht mehr gewagt. Hat er Schmerzen, ist er noch an einem Stück?  

 

Das Private des Diego Gravinese


19.09.08

Wenn das Private nicht mehr vom Öffentlichen getrennt werden kann, ist man bei Diego Gravinese.  Seine Realität und sein Werk sind eins. Der fotorealistische Maler aus Buenos Aires malt, was er zuvor fotografierte: eine Kopie der Kopie der Wirklichkeit. Er tut das so gut, dass seine Bilder die Augen täuschen. Tatsächlich denkt man ein Foto vor sich zu haben, keine Malerei – selbst wenn man ranzoomt, bleibt das so. Perfekter Fotorealismus! Viel interessanter aber als seine Technik ist die Einheit zwischen Realität und Werk, wenn es um die aktuelle Motivwahl geht. Bei ihm ist das Private auch künstlerisches Motiv. Das ist in der Geschichte der Kunst vielleicht nicht ganz neu. Natürlich war das Private seit jeher immer auch Quelle des künstlerischen Schaffens, häufig nur wurde etwas Mystik drumherumgewebt, ein Schleier, damit nicht alles gleich verraten ist.  

 

Benjamin Edwards: Der Triumph der Demokratie


29.08.08

Softstream Meadows

Softstream Meadows

Konsum. Ohnehin das große amerikanische Thema, das in der Kunst der Vereinigten Staaten auftauchen darf, ohne sich zu schämen. Wir Europäer haben da immer ein Problem mit Populärkultur, wir Deutschen noch mal explizit mit unserer fast lächerlichen Einteilung in „E” und „U”. Konsum macht aber einen großen Teil unseres Lebens aus, wir identifizieren uns darüber, mancher ist ihm gar auf manische Weise verfallen. Der amerikanische Künstler Benjamin Edwards gewinnt die Inspirationen für seine Bilder aus dem Alltag des Menschen als Konsument. Shopping Malls, Tankstellen, Fast Food-Ketten oder Motels dienen ihm als Grundlage für Struktur und Design seiner Bilder. Dazu begibt er sich, auch das erfrischend amerikanisch, ganz wie Jack Kerouac 

 

‘Bad, But Good’ – Impressionen von Misaki Kawai


02.07.08

Wenige Künstler schaffen nach dem Stuium den Durchbruch im Ausland, Misaki Kawai schon. Viele ihrer Bilder oder Pappmachés besitzen einen besonderes kindliches Flair, doch Kawai lässt sich auf keine Kategorien reduzieren.

Everything has a balance of good and bad to it: for example, Hetauma (a graphic design style or trend that can be translated as “clumsy skill”) for me is ‘bad, but good’. I think most of Japan’s “kawaii” culture is just cute; it’s very easy for people to like what comes out of it. I don’t find anything particularly shocking in it. But when something looks cute but has a funny or weird aspect to it, I think it’s really special. That kind of cuteness has a very strong character.

Via: FFFFOUND!, Tokyo Art Beat

 

Lars Rosenbohm – „Gut gebellt“


19.06.08

„Gut gebellt“ ist der Titel einer Ausstellung von Lars Rosenbohm (*1971 in Lemgo/Westfalen). Wer läßt sich vom Bellen schockieren? In Musikvideos kommt es zu brutalen Hetzen durch französische Vorstädte, Egoshooter haben sich ihren Weg in die Ästhetik der Populärkultur gebahnt. Das Furchterregende ist seit je her in der Kunstgeschichte erkennbar gewesen. Bellen um des Bellens willen? Einfach mal Lärm machen? Provozieren mit Gewalt will und tut der Künstler nicht: Keine blutrünstigen Handlungen, sondern immer wieder menschliche Züge, irgendwo zwischen einem sehr bösen Märchen und skurrilen Fantasiegestalten, zum Schrei geöffnete dunkle Schlünde und begleitende, gebleckte Zahnreihen.