Tilt-Shift – die Welt ist klein
Seit geraumer Zeit begegnet man außergewöhnlich häufig solchen putzigen Miniaturwelten, die entweder die Spielzeugindustrie oder Alice´s Wunderland ungemein angekurbelt haben müssen. Schrumpfen ist derzeit tatsächlich der letzte Schrei und somit frönen passionierte Hobbyfotografen bis fortgeschrittene Fotoakteure zum Miniaturweltbau. Hinter den niedlichen Nostalgielandschaften verbirgt sich leider ein technischer Effekt mit dem hochmodernen Namen: Tilt-Shift. Durch geschickten Einsatz von Unschärfe wird hier die Größenwahrnehmung untergraben. Wer sich in diesem Moment inspiriert fühlen sollte und vorerst den eigenen Finanzhaushalt nicht mit einem Spezialobjektiv ruinieren will, kann mit diesem Trick auch bei Photoshop rumfummeln. Glücklicher Weise sind hierzu Anleitungen erfahrener Miniaturweltexperten vorhanden. Für die… [weiterlesen]
Bestandsaufnahmen gesellschaftlicher Tabubezirke
Zweisitzer oder Eckcouch, Wackeldackel oder Wandteppich, Biber Bettwäsche oder Satinlaken: all das gilt als wichtiger Informationsträger der demografisch bis psychografischen Analyse eines Haushüters. Doch wie prägt persönliche Individualität Plätze der architektonischen Analogie und stilistischen Systematik außerhalb heimischer Sphären. Jürgen Chill hat sich Gefängsniszellen und Bordellstuben mal von oben angeschaut und sich auf eine preisgekrönte fotografische Ermittlung in Vogelperspektive begeben. In Frontalperspektive sind die Arbeiten übrigens auch im Oktober auf der Expo 2010 in Shanghai, China im Deutschen Pavillon ausgestellt. Abgesehen von der farblichen Verschiedenheit und differenzierenden 4qm ca. wirken die Räumlichkeiten doch erstaunlich ebenmäßig. Bordelle auf hundertmark, Zellen auf popchili
Vee Speers – last days of childhood
An Tagen der alltäglichen Sachlichkeit eines gepflegten Erwachsenendaseins, passiert es in einigen Minuten der ungewollten Unachtsamkeit, dass wir uns zwischen verborgenen Sehnsüchten wiederfinden, die unsere Wahrnehmung manipulieren und uns auf trügerisch idealisierte Weise zuflüstern wollen, dass die verlorene Zeit der Kindertage wohl die glücklichsten Momente unseres Lebens gewesen seien müssen. Eine Zeit, in der Topf schlagen und Blinde Kuh gesellschaftlich anerkannt waren, Schokolade nicht dick machte und Verkleiden nie dem furchtbaren Druck des guten Aussehens unterworfen war. Die Geburtstagsfeier, die Vee Speers festgehalten hat, scheint entweder leicht aus dem Ruder gelaufen zu sein, oder es sind unsere Vorstellungen vom unbefangenen… [weiterlesen]



