Marilynized Monsters – Jesse Lenz’ unfreiwillige Verharmlosung


12.01.10

Jesse Lenz bestückt Ex-Diktatoren von ultralinks bis ultrarechts, Phantasiemonster und andere Geißeln der Menschheit, mit warholschen Marilyn-Monroe-Attributen. Er legt amerikanischen Politikern der Gegenwart das gleiche Make-up an wie ihren Ehefrauen und Erzfeinden. Er schmeisst alle in einen Topf. Denn, auf alle diese Monster wendet er eine These an, die Lüge der gesellschaftlichen und medialen Popularisierung, die aus Mördern Kultfiguren mache. Als Audrucksmittel bedient er die prägnanten Erkennungsmerkmale, des zur Ikone der Pop-Art-Bewegung gewordenen Siebdruckgemäldes von Andy Warhol, seinerzeit kritisch brisant, heute in den Mainstream verbannt. Es würde genau das repräsentieren, was er an der popkulturellen Etablierung von Massenmördern so scharf kritisiert, eine grelle, Glück und Party-Nonstop suggerierende Maske, die dunklsten Abgründe deckelnd.

Meiner Meinung nach, macht er einen Fehler, er gibt nicht die tatsächlichen Ziele seiner Kritik, also Medien und einen undifferenziert konsumierenden Teil der Gesellschaft, der Lächerlichkeit preis, sondern diejenigen, die bewusst und unbewusst popularisiert werden, die Bösewichte der Weltgeschichte. Zumal sich schon jeder Dritte über die, dem Konzept sehr ähnlichen, Yearbook yourself Anwendung zum Deppen der vergangenen Jahrzehnte gemacht hat. Meine These: Lächerlichkeit verharmlost! Schwammig wird es, wenn man sich nicht mehr traut, beispielsweise Grausamkeit mit einer adäquaten Entsprechung visuell aufzuzeigen, und damit einen wahrgenommenen fehlgeleiteten Personenkult zu hinterfragen, vielleicht weil man Angst hat ein Gähnen zu provozieren, oder nicht angestrengt agitatorisch wirken möchte. Auch wenn Lenz mit seiner Interpretation des Warhol Gemäldes, dem er eine, wie er sagt, weitgehend unbekannt gebliebene Medienkritik zuspricht, eine Verurteilung der Verklärung und Ikonisierung dieser Personen anstrebt, popularisiert er sie eigenhändig, in dem er ihren Lach- und Tragewert als T-Shirt erhöht. Da beisst sich die Katze in den Schwanz und seine lange, meinetwegen auch gut hergeleitete Erklärung, liest der ein oder andere vielleicht gar nicht. Visuelle Kommunikation muss selbsterklärend sein, gutgemacht bedarf sie keiner verbalen Decodierung mehr. Von mir gibt es an dieser Stelle nur den erhobenen Zeigefinger. Zu den besprochenen Inhalten geht es über den Link oben.

yeeknew.com

 

Sticken für den Widerstand


10.09.09

Der Kreuzstich — radikal biederes Inventar eines jeden trauten Heims von Anno Dazumal. Meine heutige Entdeckung verbindet tatsächlich
revolutionäre Attitüde mit Sofakissen-Chic. Aus stetem Anlass hat es die Überwachungskamera in slickem Silberfaden in den Blog geschafft.
Spreeblick liefert heute den passenden Stoff dazu.

 

Justine and the Presidents


08.04.09

“The presidency itself is a seemingly immortal and impenetrable institution; by inserting myself in its timeline, I attempt to locate something intimate and mortal.” – Justine Lai

© Justine Lai

© Justine Lai

In ‘Join or Die’ malt sich Justine Lai beim Sex mit amerikanischen Präsidenten der Vergangenheit. Mit der Veröffentlichung dieser durchaus kontroversen Ölgemälde bezweckt Justine die Humanisierung und Demythologisierung des großen, mächtigen Präsidenten und zeigt ihn, den Mann, als Privatperson, als Menschen, der er oft nicht zu sein scheint. In den USA könnte es durchaus zu Aufruhr kommen, wenn Justine die noch lebenden ehemaligen Präsidenten beim Geschlechtsverkehr mit ihr darstellt. Sie selbst sagt:

“I use this intimacy to subvert authority, but it demands that I make myself vulnerable along with the Presidents. A power lies in rendering these patriarchal figures the possible object of shame, ridicule and desire, but it is a power that is constantly negotiated.

I approach the spectacle of sex and politics with a certain playfulness. It would be easy to let the images slide into territory that’s strictly pornographic—the lurid and hardcore, the predictably “controversial.” One could also imagine a series preoccupied with wearing its “Fuck the Man” symbolism on its sleeve. But I wish to move beyond these things and make something playful and tender and maybe a little ambiguous, but exuberantly so. This, I feel, is the most humanizing act I can do.” – Justine Lai

Die junge Amerikanerin lebt und arbeitet in San Francisco und hat Kunst an der renommierten Stanford University studiert.

Via Colectiva

 

Read between the lines


17.11.08

“The idea is to bring across a concept that the magazine offers profound journalism about topics of real importance to the world of today.”

- Icaro Doria, Creator für FCB Publicidade

Via Noquedanblogs

Die Werbeargentur FCB Publicidade kreierte diese Posterkampagne für das portugisische Magazin Grande Reportagem. Schnell wird klar, dass dies nicht als konventionelle Kampagne zu verstehen ist. Das Ziel war und ist es ein politisches Statement zu setzten, Aufmerksamkeit weit hinter allen konsumorientierten Rahmen zu erregen. Die Daten entnahmen die jungen Macher dieser Poster, mit dem einegehenden Namen “Meet the World”, den offiziellen Webseiten der UNO und Amnesty International.

 

Wassup Obama


03.11.08

Wer den legendären Budweiser Werbespot mit den “Wassup-Boys” nicht kennt, dem fehlt wohl ein Stück amerikanische Kulturgeschichte. Acht Jahre nach dem Erscheinen des originalen Clips wurde nun eine neue, aktuelle Version gedreht. 2008 dreht sich die Message weniger um Bier, aber dafür um einem Haufen neuer Probleme.

True.

Via Hypebeast

 

Präsidentschaftskandidaten wo das Auge hinsieht


20.10.08

Obama im weißen Haus...bald Realität?

Obama im weißen Haus…bald Realität?

Die US Wahlen rücken immer näher. And it’s getting pretty crazy…! Mal überlegen … Angela Merkel Graffiti, Gerhard Schröder Actionfiguren und Helmut Kohl als Comicheld. Die USA wird von einer Flut Obama “Souvenirs” überschwemmt, so wie’s aussieht sind die Anhänger der Demokraten einfach kreativer. Aber Barack macht schon einen guten Posterboy.

Via: San Francisco Art & Design Lover

 

Sarah Palin for Kathimerini Magazine


15.10.08

© Sarah Palin for Kathimerini Magazine

© Sarah Palin for Kathimerini Magazine

Sarah, Mäuschen übertreibs nicht. Wir wissen, du liebst deine Heimat, deine Homebase. Aber wenn du allen Ernstes die amerikanische Flagge zum Dresscode deklarierst, dann rollen sich uns die Fußnägel hoch. Wahlkampf hin, Wahlkampf her, ist wirklich alles gut bei dir?

Sarah Louise Heath Palin, geboren am 11. Februar 1964 in Sandpoint, Idaho, ist eine Politikerin in den Vereinigten Staaten und Mitglied der Republikanischen Partei. Seit dem 4. Dezember 2006 ist sie als erste Frau Gouverneurin des US-Bundesstaates Alaska. Am 29. August 2008 wurde sie vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft vorgeschlagen.

via: Instablogs

 

Heavy Metal in Baghdad


02.10.08

In Baghdad gehen Bomben hoch, Baghdad ist laut, Baghdad ist aggressiv, Baghdad ist Anarchie. Eddi Moretti und Suroosh Alvi von VBS.TV/Vice Films begleiteten Acrassicauda, die einzige Heavy Metal Band im Irak, drei Jahre lang bei ihrem persönlichen Kampf für Meinungsfreiheit, künstelrische Entfaltung und für die Musik. Heavy Metal in Baghdad dokumentiert auf so realistische Art und Weise das dramatische Leben dieser jungen Band, dass einem sogar beim headbanging das Herz aufgeht.

If I didn’t play guitar as hard as I can, I’m going to kill someone!

Das Screening in Deutschland fand am 29.09. im Kino Babylon in Berlin statt und wurde von Presse und Vice Freunden bejubelt.

Heavy Metal rules!

 

Barack Obama sketch by David Choe


08.09.08

© David Choe

© David Choe

Selten befand sich in den Reihen der Demokraten ein solch charismatischer Präsidentschaftskandidat wie Barack Obama, aufgrund seines Alters und seiner Vitalität wird häufig der Vergleich zu John F. Kennedy gezogen. Upper Playground bekennt sich offen zum Demokraten und veröffentlicht Kunstwerke und Publikationen rund um seine Person. Diese fulminante Darstellung des ersten afro-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten geht auf das Konto des vielseitigen Künstlers David Choe. Insgesamt 200 durchnummerierte Exemplare dieses Motives sind im Onlineshop von Upper Playground erhältlich.

Via: Highsnobiety

 

Daily Life in Belarus


25.08.08

Wer bist du, Belarus? Das fragte sich der Boston Globe und veröffentlichte auf seiner Website eine Fotostrecke, die zwar keine Antwort  geben kann, aber Einblicke. Belarus, im deutschen Sprachraum Weißrussland und im Ex-DDR-Sprachgebrauch Belorußland genannt, liegt im Herzen Osteuropas. Es grenzt an Polen, die Ukraine, Russland, Lettland und Litauen und wird von einem Mann regiert, der sich – diplomatisch gesagt –  mit unlauteren Methoden seit 14 Jahren an der Macht hält. Sein Name:  Alexandr Grigorjewitsch Lukaschenko. Der hat 2004 mal eben die Verfassung zu seinen Wiederwahl-Gunsten ändern lassen und sitzt bis 2011 gemütlich in Minsk, der Hauptstadt seiner Republik. Belarus aka Weißrussland ist aber weit mehr als sein kontroverses Staatsoberhaupt.  Es ist ein Land, das 10 Millionen Köpfe zählt, 10 Millionen Geschichten erzählen kann. Boston.com hat sich 19 Geschichten rausgesucht. 19 aus 10.000.000.  

 

Typography and Nationalism


02.07.08

John von Social Design Notes schreibt:

“An article I wrote on typography and nationalism [...] This is an idea I’ve had simmering for a couple of years, so it’s nice to finally see it in public. In the end, I only had 1,300 words to use so there’s some interesting material I had to cut. (One could write a dissertation on the subject.) But I think the arc of it comes across.”

Stimmt! Den kompletten Artikel gibt es hier: “The Law of the Letter”

 

Gay Marriages Now Legal in California


28.06.08

Der 16. Juni 2008 wurde zu einem der denkwürdigsten Tage in der amerikanischen Geschichte im ermüdenden Kampf für Gleichberechtigung.

Der Oberste Gerichtshof Kaliforniens hob die Verweigerung auf, gleichgeschlechtlichen Partnern den Ehestatus anzuerkennen. Die Ehe wurde gemäß des California Family Code, Section 308.5 nur rechtlich, wenn sie zwischen Mann und Frau geschlossen wurde. Es war bereits möglich eine Lebenspartnerschaft, Domestic Partnership, eintragen zu lassen, die rechtlich der Ehe gleichgestellt war. Eine offizielle Ehe war dies jedoch nicht.

APTOPIX Gay Marriage

APTOPIX Gay Marriage

Endlich wird „the right to marry” auch auf homosexuelle Partner übertragen. Der oberste Richter des Staates Kalifornien Ronald M. George erklärt, dass jegliche Bestimmungen, welche Individuen auf Grund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren, von nun an aus dem kalifornischen Grundgesetzt verschwinden. Dies soll, so George, mit derselben Härte passieren, mit der bereits Rassen- und Geschlechterdiskriminierung als verfassungswidrig erklärt wurden und macht den Palmenstaat somit zum ersten Bundesland in den gesamten USA mit solch bindenden und strikten Gesetzesbestimmungen. Lediglich das östliche Massachusetts verabschiedete ein ähnliches Gesetzt und formt in diesem Zusammenhang mit Kalifornien die tollerante Minderheit im konservativen Amerika.