Blob VB3: die Alternative zum Osterkörbchen
Passend zur Zeit der furiosen Eiersuche hier ein etwas größer geratenes Ei, geschickt durch außerirdisches Aussehen am Rande verdächtiger Kornfelder getarnt. Der überdimensionale Hartschaler hört auf den geheimnisvollen Namen Blob VB3. Seine Macher vom belgischen Architekturbüro dmVA haben dem ausgewachsenen Ei aber nicht nur eine harte Schale mitgegeben. In der auf Hochglanz polierten Polyesterhülse verbergen sich ein platzsparendes Bad, integrierte Kochnische, halbrundes Bett und großzügige Verstaumöglichkeiten. Ein appetitlicher Rückzugsort für alle, denen es in rechteckigen Räumen zu ungemütlich ist oder, die schon immer von einem eigenen Büro geträumt haben. Das ausgehöhlte EIgenheim lässt sich durch minimale Gewichtsklasse ganze einfach jedes… [weiterlesen]
Abgründe der modernen Kunst in New York und London
Zwischen nüchternen Neonröhren und blassem Beton maskieren sich Tiefen der modernen Kunst. Die bunten Bilder, die interaktiven Installationen wurden nicht vergessen anzubringen und es hat sich auch niemand verlaufen. Freigelassen durch die Autonomie moderner Kunst kreieren ein Schweizer und eine Kolumbianerin Installationen aus Dreck, Erde, Beton, Zerstörung. Urs Fischer buddelt ein 3 Meter tiefes Loch im Wert von 250.000 $ in die New Yorker Galerie von Gavin Brown und Doris Salcedo entwirft einen 176 Meter langen Riss für die ehemalige Turbinenhalle Tate Modern in London. Zugegeben hier ist Abstraktionssinn gefragt, denn wer hätte das gedacht, die kontemporäre Kunst hat wahrhaftig… [weiterlesen]
Bestandsaufnahmen gesellschaftlicher Tabubezirke
Zweisitzer oder Eckcouch, Wackeldackel oder Wandteppich, Biber Bettwäsche oder Satinlaken: all das gilt als wichtiger Informationsträger der demografisch bis psychografischen Analyse eines Haushüters. Doch wie prägt persönliche Individualität Plätze der architektonischen Analogie und stilistischen Systematik außerhalb heimischer Sphären. Jürgen Chill hat sich Gefängsniszellen und Bordellstuben mal von oben angeschaut und sich auf eine preisgekrönte fotografische Ermittlung in Vogelperspektive begeben. In Frontalperspektive sind die Arbeiten übrigens auch im Oktober auf der Expo 2010 in Shanghai, China im Deutschen Pavillon ausgestellt. Abgesehen von der farblichen Verschiedenheit und differenzierenden 4qm ca. wirken die Räumlichkeiten doch erstaunlich ebenmäßig. Bordelle auf hundertmark, Zellen auf popchili
Morells Fotoprojektionen oder die Magie der Lochkamera
Die Zimmer sind an sich kahl, weiße Wände, kaum Dekoration, wenig Möbel – typische Studentenbuden mag man sagen. Abelardo Morell taucht diese mit Hilfe des Camera Obscura Effekts in Projektionsflächen, Projektionsflächen für die Sehnsucht nach Ferne. Als wären die Wände Türen, tritt man in die Außenwelt ein. Mit viel Feingespühr hat Morell die Bilder ausgewählt. Er hat in die tiefe Seele der Räume geblickt und kennt jetzt ihren Charakter wie niemand anderes. Natürlich weiß er, dass jedem Zimmer nur ein ganz bestimmtes Bild gefällt und in welcher Stadt sie leben weiß er auch. Gegenstände, die sich im Raum befinden, verbinden… [weiterlesen]










