Kreatives Gegengift für verstaubte Fassaden


02.03.10

Mentalgassi ist eingefleischten TheJunction-Lesern natürlich ein Begriff. Im Mai letzten Jahres berichteten wir über die Berliner Streetart-Künstler, die deutsche Großstädte mit Fotoplakaten verschönern und dabei heimlich Straßenschildern, Recyclingcontainern und Fahrkartenautomaten ein Gesicht verleihen. Hier ein paar Einblicke in die kreativen Köpfe sowie noch mehr Arbeiten der talentierten Straßenkunstakteure:

Im Rahmen der Berliner Fashion Week versammelten sich ab dem 21. Januar dieses Jahres Designinteressierte, Kunstliebhaber und Kunstschaffende, so auch die Jungs von Mentalgassi, zwischen Backsteinfundament und Holzbalken zum kreativ interaktiven Aufeinandertreffen und Feiern, initiiert von Converse in Kooperation mit dem Lodown Magazin. Die kahlen, bröckeligen Wände eines entkernten Berliner Altbaus wurden während der siebentägigen Veranstaltungsreihe mit dem interaktiven Motto ,,You´re here“ zu kreativen Luftschlössern verwandelt. Aus einer Portion Farbe, künstlerischem Mut und Ideenreichtum entstanden Wandillustrationen, wie beispielsweise die des Kölner Künstlers HerrSchulze, der mit einem überdimensionalen Malen nach Zahlen Berlinbild zum Mitmachen anregte und kreativ versierten Menschen, sowie solchen, die davon noch nichts wussten, die Angst vor dem weißen Blatt der weißen Wand nahm und dem ein oder anderen Sternstunden im Bereich schöpferische Selbstverwirklichung verschaffte. Wie ein kreatives Kontrastmittel wirkte das bunte, lebendige Wandbild im Gegensatz zur Umgebung aus Verfall und alter Fassade und regte zu neuem Schaffen an.

Am Ende des siebentägigen Events durfte zusammen mit dem Broken Hearts Club und Bodi Bill frei nach dem Motto ,,Tear Down“ noch mal ordentlich gefeiert, geschmiert oder gemalt werden. Anschließend verabschiedete sich die interaktive Partyreihe nach London, Paris und Mailand. Die kreativen Ergüsse der jeweiligen lokalen Künstler und weiterer noch unbekannter, aber talentierter Kreativer kann man übrigens auch online bestaunen. Eine Reihe von Kurzfilmen, wie der von mentalgassi, zeigt die individuellen Inspirationen, die gestalterischen Prozesse der jungen Schaffenden, macht deutlich, was Kreative verschiedener Nationalitäten, unterschiedlicher Kontinente prägt. In naher Zukunft soll hier ein inspirierendes Künstlernetzwerk für kreative Köpfe der ganzen Welt entstehen, das die Lokalkünstler, die vorgestellten jungen Artists, Talente von bildender bis darstellender Kunst schöpferisch vereint – es bleibt spannend.

Converse

 

Metastadium – das Musée René Magritte


12.02.10

Normalerweise stelle ich hier die Ausstellung in einem Museum vor, nicht aber seine renovierungsbedingte äussere Verkleidung. Wenn diese Verkleidung allerdings so spektakulär war, wie die des Brüsseler Musée Magritte muss ich eine Ausnahme machen. Gleich vorweg, das Künstlermuseum feierte im letzten Jahr Eröffnung und damit wurde auch der Sichtschutz entfernt. Er ist nur noch auf Fotos zu sehen. Die Plane stellt nichts Anderes dar, als den klassizistischen Dreigeschosser den sie verbirgt, nur öffnet sich die Fassade wie ein Theatervorhang, einem der bekanntesten Gemälde des belgischen Surrealsiten René Magritte: L’empire des lumières. Nach einem Jahr Renovierungsdauer, im Juni 2009, eröffnete das ehemalige Hôtel Altenloh als Museum. Der Fokus liegt nun auf der inneren Schönheit, nach Wegnahme der in Magritte Manier gestalteten Plane, entpuppt sich das Gebäude rein äusserlich als etwas blass. Das Museum beherbergt 200 Werke des Künstlers und stellt somit weltweit die größte René-Magritte-Sammlung dar.

Wonderland, NZZ Online

 

The Correct Angle — Street Art Anamorphism


07.11.09

Als eine Anamorphose bezeichnet man Bilder, die nur unter einem bestimmten Blickwinkel  erkennbar sind. Seit dem Mittelalter kennt man diese Möglichkeit der Verschlüsselung von Botschaften die in vielen Kirchen Italiens zu einer wahren Meisterschaft gebracht wurde. Zur Entschlüsselung muss man den richtigen Blickwinkel kennen. Häufig wurden verbotene Motive, wie z. B. erotische Szenen, dargestellt. Zahlreiche Künstler malten Anamorphosen aus wissenschaftlichen Gründen; einige von ihnen waren gleichzeitig Mathematiker.

Der Street Artist Ninja182 verwendet in seinem jüngsten Projekt Anamorphism das gleiche Prinzip der Verzerrung, nur nicht auf einer geschlossenen Fläche sondern im Raum verteilt. Die Fragmente des Bildes verbinden sich erst zu einem Ganzen, blickt man aus einem ganz bestimmten Winkel in den Raum. Im Unterschied zu Anamorphosen die schon im Zusammenhang gezeichnet werden und nur durch den starken Grad der Verzerrung bis zur Unkenntlichkeit codiert sind, werden bei dieser Methode die einzelnen Bildbestandteile an verschiedenen Stellen angebracht und ergeben, einzeln betrachtet oder eben aus dem falschen Blickwinkel, überhaupt keinen Sinn, sondern dienen lediglich als Flächengestaltung. Derartige Projekte verlangen nach einer ausführlichen konzeptionellen Vorarbeit, die nicht nur künstlerisches Talent erfordert sondern auch mathematische und physikalisches Wissen.

Aus der grafischen Objektorientierung ist mir ein mehrfach preisgekröntes Projekt bekannt, das raffiniert mit Anamorphosen spielt und damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Das Leitsystem für die Kreissparkasse Ludwigsburg von L2M3, codiert in seiner sehr speziellen Gestaltung gleichzeitig die Orientierung in den Räumlichkeiten, die sich dem Betrachter wieder nur aus dem richtigen Blickwinkel erschließt.

gesehen bei formatmag

 

Outdoor Jewellery


10.06.09

by NeSpoon

by NeSpoon
by NeSpoon

by NeSpoon

Sein urbanes Umfeld zu verschönern ist in den letzten Jahren zum Trend in der Kreativszene avanciert. Ob Jan Vormann, Katie & Matt, die Jungs von Mentalgassi oder unzählige internationale Streetartists, alle tun etwas vermeidlich illegales, was dann so oder so ähnlich die Ecken und Gassen unserer Betonhöhlen verziert.

‘Outdoor Jewellery’ by NeSpoon.

by NeSpoon

by NeSpoon

Via designyoutrust

 

Scratching The Surface


25.05.09

“Paris, May 1968. When the enragés started digging up the stones from the Boulevard St. Michel to use them as weapons against the forces of the old order, they came upon the sand that covered the surface underneath them. The earth. Beneath the concrete, the earth. Beneath the urban environment, nature. Beneath the artificial, life.

Behind all these brick and concrete walls, these dull, grey surfaces that condition our existence, behind all of these cities, there is life. There are individuals, there is nature.” – Vhils

“Scratching the surface” bedeutet die Kreation aus etwas Leblosem. Die Gravur als Idee des Lebens auf einer Steinwand. Die Erschaffung eines lebendigen Gesichtes, welches dort als Symbol bestehen bleibt, wo das Leben sonst keinen Platz hat.

Streetartist Vhils will uns mit seiner Arbeit daran erinnern, wer wir sind. Wir Menschen umgeben von unorganischer Umwelt und zubetonierter Natur müssen unter die Pflastersteine schauen – denn dort verbirgt sich der Strand.

“Beneath the paving stones – the beach!”

Via Wooster

 

Smash for Cash


25.04.09

© ImbueUK

© ImbueUK
© ImbueUK

© ImbueUK

Via Ignant

Wir kennen alle die Notfallglasscheibe, die wir im Fall der Fälle mit einem dafür vorgesehen Hammer zerschlagen dürfen, um den Alarm auszulösen. Jeder pubertierende Junge hat davon wohl schon einmal geträumt. ImbueUK lädt uns herzlich dazu ein, die Scheibe dieser Kapsel zu zerschlagen, sollten wir nach versuchtem Geldabheben nicht erfolgreich gewesen sein. Im Inneren befinden sich 20 Pfund und wurden von dem Street Artist neben einigen Bankomaten in England an die Wand geklebt.

Spitzen Itze!

 

Quick Press: Dan Witz & Nicola Verlato


06.04.09

Via Preik

 

Confetti Graffiti


17.02.09

“…put a big confetti mountain in the center of the room and waited for things to happen…” – El Tono

© El Tono

© El Tono
© El Tono

© El Tono

El Tono ist Streetartist, oder wie er es nennt ‘Public Space Artist’. Er plaziert Kunst auf natürlichen, urbanen Leinwänden.

Nun hat der Italiener eine neue Leidenschaft für sich entdeckt, die Confetti. Doppelseitges Klebeband, ein wenig Kreativität und, wie hier bei seiner Ausstellung, ein leerer Raum. Viel bedarf es nicht sein Projekt ‘Coriandoli‘ umzusetzten, und das Ergebnis sowie die Entstehung der Werke machen Spaß. El Tono nutzte sogar schon den Fahrtwind vorbeirollender Züge, um Confetti auf seinen Klebestreifen zu blasen. Jedes mal anders, jedes mal ein neues Bild. Das Farbspiel mit den Papierschnipseln wirkt an jeder Wand, in jeder grauen Metropole wie ein Stück Kindergeburtstag!

Eine Sammlung seiner Werke stellt er bis zum 15. März in der Gallerie Cripta747 in Turin aus.

Hier wird dem Namen ‘Confetti Graffiti’ alle Ehre gemacht…

Via Ektopia

 

Bomb NYC walls!


13.02.09

“Walls Notebook is a notebook / sketchbook with 80 “clean” New York City walls as your blank slate.
Write, draw, paste, or doodle on these interesting and inspirational backdrops.
You’ll be one step closer to being the graffiti artist you’ve always wanted to be… minus the jail time.” – the.

© the.

© the.
© the.

© the.
© the.

© the.

Mit dem Grafitti Notebook vom the. Team darf jetzt jeder mal ein Sprüher sein. Leere New Yorker Wände auf 80 Seiten laden zum kritzeln ein. Ob Lieferwagen, Industriehallen oder Hinterhof Wände, wer sich gerne legal auf urbanen Leinwänden austoben möchte, ist mit diesem Buch an der richtigen Adresse. Mihoko Ouchi und Sherwood Forlee sind verantwortlich für die Fülle an lustiger Ideen auf www.thinkofthe.com, der Website ihres Design- und Kreativteams the. . Produkte, die im Alltag Freude bereiten, wie zb. der ‘Anti-Theft Lunchbags‘, gibt es zu bestaunen und sind selbstverständlich auch käuflich zu erwerben.

© the.

© the.

Via Trèspluscool

 

Urban Thought Bubbles


29.01.09

Katie Sokoler und Matt Adams schmücken die Straßen Brooklyns mit ‘Thought Bubbles’ und warten auf den richtigen Moment um ein Foto zu schiessen. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der vorbeilaufenden Menschen über Liebe, Essen oder Ladies in Bikinis nachdenkt ist tatsächlich ziemlich hoch. Mehr davon!


Via Rebelart

 

C215 presented by INTOXICATED DEMONS & ATM Galerie


19.01.09

© C215

© C215

Kurz stellen wir euch den französischen Streetartkünstler C215 vor. Neben Blek le Rat, SpaceInvader oder JR gehört Christian Guemy alias C215 zu den bekanntesten Pariser Streetartists. Vom Hype um Streetart noch weitestgehend verschont geblieben, ist C215 noch immer seinen “strassen-wurzeln” treu geblieben und hat innerhalb der letzten Jahre unzählige Länder bereist und dort seine Kunstwerke hinterlassen. Auf seiner Reiseroute lagen neben Brasilien, England, Israel, Marokko auch Indien. Somit war er wohl einer der ersten Streetartists, die auf den Strassen Neu-Dehlis gearbeitet haben.

 

 

Learn to love you more


16.01.09

Learn to love you more” wäre wohl das erste Projekt im WWW bei dem wir gerne teilnehmen würden. Miranda July’s und Harrel Fletcher’s Idee packt dich und lässt dich nicht mehr los. Die beiden Künstler riefen eine Webseite ins Leben, auf der jeden Tag eine Aufgabe an die Öffentlichkeit gestellt wird, die dann umgesetzt, dokumentiert und auf www.learntoloveyoumore.com präsentiert wird. Tausende Menschen auf der ganzen Welt nahmen bereits Teil und brachten Kreativität und Nächstenliebe zurück in unser alltägliches Grau.

Assignment #8
Curate an artist’s retrospective in a public place.

“Glen Baxter”
Serena McCarroll
Bruno, Saskatchewan CANADA

Assignment #63
Make an encouraging banner.

Wheat Wurtzburger
New York, New York USA

Assignment #1
Make a child’s outfit in an adult size.

Assignment #10
Make a flier of your day.

Assignment #27
Take a picture of the sun.

Assignment #39
Take a picture of your parents kissing.

Macht mit!

Via It’sNiceThat

 

Sydney Social Crush – Andy Uprock


27.12.08

Andy Uprock gehört zu den coolsten Typen in Sydney. Er hat tolle Tattoos und kann unglaublich gut tanzen. Jedes Mal wenn ich in meinen Stammpub ging, war er da und jeden Donnerstag sah ich ihn beim Ausgehen. Oftmals bildete sich auf der Tanzfläche ein Kreis um ihn – denn die Moves die Andy drauf hat sind unglaublich.
Ich fragte mich immer was er wohl macht, und irgendwann bekam ich dann mit, dass er Künstler ist.

Irgendwo klar. Andy macht urbane Kunst – mit Plastikbechern steckt er Formen und Schriftzüge in Zäune – seine Kunstform nennt er “Cuprocking.” In Sydney begegnet man nicht nur ihm häufig, sondern auch seiner Kunst. Mittlerweile wird Andy von Mooks und Vice gesponsert und geht ab und an auf Tour. Ich bin gespannt, ob ich auch bald in anderen Städten seine Cups erblicken werde. Go Andy!

 

PARAsite by Michael Rakowitz


01.12.08

© Michael Rakowitz

© Michael Rakowitz

Obdachlosigkeit ist überall auf der Welt ein Problem. Millionen von Menschen leben auf der Straße. In einigen Ländern haben sie ein leichteres Leben als in anderen, doch was sie alle gemein haben ist die Schutzlosigkeit, das Ausgeliefertsein – Wetter, Passanten, Polizei und nur wenige Rückzugsmöglichkeiten.

Schon seit 1998 baut der amerikanische Künstler Michael Rakowitz PARAsites. Aus billigen Materialien wie Folie, Klebeband und Plastiktüten fertigt er mobile Unterschlupfe, die sich, werden sie an die Lüftungsschachte von Gebäuden angeschlossen, aufblasen und aufheizen. Wie ein Parasit nützt der Unterschlupf die Wärme, die das Gebäude abgibt. Seit Beginn des Projektes hat Rakowitz mehr als 30 Obdachlosen einen temporären Unterschlupf konstruiert, dabei ging er auf ihre individuellen Wünsche ein. Weitere Bilder gibt es auf seiner Webseite.

Via: Ektopia

 

Take your knitting needles to the streets!


01.12.08

Legwarmers von der Masquerade Crew aus Stockholm

Legwarmers von der Masquerade Crew aus Stockholm
Projekt der Künstlerin Carol Hummel

Projekt der Künstlerin Carol Hummel

Urbane Kunst ist in den letzten Jahren immer populärer geworden. Kreative, Schmierer und kreative Schmierer machen Hauswände zu ihrer Leinwand. In Banksy haben Street Künstler ihren gesichtslosen Posterboy gefunden. Eine neue Spielart der Street Art ist ‘Urban Knitting’. Strickbegeisterte “umstricken” Straßenschilder, Bäume und sogar Häuser. Urbane Stricker/innen vereinigt euch! Wie wäre es mit einem Winterpulli für den…Eiffelturm…die Freiheitsstatue…die Siegessäule?!

Via: Deputy Dog