‘framework of a billboard’ by Tim Dinter

Das ist das Schicksal des Großstadtcowboys. Eingeklemmt in den Rahmen einer Werbetafel scheint der Westernheld durch die steinerne Prärie zu galoppieren, umzingelt von Beton, Autos, Wohnhäusern. Hinter dem Reklame-Cowboy leuchtet es orange, als reite der einsame Held vor einem Sonnenuntergang. Die Farbe kommt von einem weiteren Wohnhaus, das hinter zwei grauen Brandmauern hervorlugt. Mit wenigen Strichen und Farbtupfern hat der Zeichner eine typische Straßenszene aus Mitte festgehalten und sie zur Metapher erhoben für das Wechselspiel zwischen Alt und Neu, zwischen Aufbruch und Verharren, das für Viertel wie dieses symptomatisch ist. Es ist der Blick des Zugezogenen, der Dinters Werk prägt,… [weiterlesen]

‘panoramic view of a utopian city’ by Roman Bittner

Zwischen kilometerhohen Wolkenkratzern, umschwirrt von Zeppelinen, verlieren sich Menschen in Häuserschluchten. Die Gebäude sind atemberaubend, verspielt und gewalttätig zugleich. Viele Hochhäuser erinnern an die Chicagoer Schule. Bedrückend schön sind die Visionen des Berliner Illustrators Roman Bittner, der diese Städte schuf. Seit einem Jahr zeichnet er Bild für Bild eine phantastische Gegenwelt, die “Ancient cities of tomorrow”. Hier verbindet er visuelle Zitate aus verschiedenen Epochen mit visionären Entwürfen, die nie gebaut wurden zum Panorama einer utopischen Stadt; die Entwürfe gehen zurück auf Architekten wie Hugh Serries, Le Corbusier oder Raymond Hood, das Berlin der 20. Jahre, Metropolis-Visionen, in denen Städte als… [weiterlesen]