Rick Astley is back…


05.06.10

…wie eh und je mit fetzigem 80s Hüftschwung, leider ohne musikalische Begleitung, dafür mit visueller Neuorientierung dank Román Cortés.

topcultured

 

TYPO Berlin 2010 „Passion“ – Inspiration im Stundentakt


28.05.10

Die Definitionen von Leidenschaft gehen selten über Gemütsbeschreibungen wie inbrünstig, begeistert und hingebungsvoll hinaus. Ähnlich wie Sehnsucht,  gehört sie zu den, wissenschaftlich wenig erforschten, emotionalen Phänomenen. Um zu wissen ob sie schmeckt wie Pfälzer Leberwurst oder doch wie eingeschlafene Füße muss man sie selbst probiert haben. Auf der  TYPO Berlin 2010 zum Thema Passion konnte man den vielleicht wertvollsten Effekt erleben, den beruflich gelebte Leidenschaft haben kann, die Übertragung dieses Gefühls auf Andere in Form von Begeisterung und Aufmerksamkeit – ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Designgeschäft, speziell im Kommunikationsdesign.

Julia Laub/Hartmut Bohnacker: Generative Gestaltung

Wie Leidenschaft zu Leistung wird die begeistert, vermittelten die wenigen Vorträge über Einzelprojekte am glaubhaftesten. Das war zum Einen die Präsentation des Buches Fritz Kahn – „Man Machine“ von Uta und Thilo von Debschitz und zum Anderen der Vortrag von Julian Zimmermann über das Corporate Design, das er für Togbui Ngoryifia Céphas Kosi Bansah den König der Volksgruppe Hohoe Gbi Traditional Ghana, die zum 3-Millionen-Volk der Ewe im Osten Ghanas gehören, entwarf. Beide gehören zu meinen persönlichen Favoriten dieser Konferenz, und werden noch genauer vorgestellt.

Der König ist Kunde

Auch der Schriftgestalter Yanone und der Informationsarchitekt Oliver Reichenstein stellten neue Projekte vor – die Schrift Amman, die den Namen ihres Entsstehungsortes trägt und ein Textverarbeitungsprogramm für das iPad, das sich nach der Leserichtung orientiert, die vom rechteckigen Format des Gerätes vorgegeben wird, also horizontal verläuft und damit die Lesbarkeit optimiert, was sich zugunsten der Konzentration beim Arbeiten und Lesen am Bildschirm auswirken soll.

Passion: Oliver Reichenstein über Lesbarkeit – Schreibbarkeit

Weitere Vorträge die viel positive Resonanz bekamen, obwohl reine Portfoliopräsentationen mit zum Teil recht alten Arbeiten, waren die Beiträge von Erik Kessels und Joachim Sauter. Als Kessels nüchtern und und ohne die Miene zu verziehen, die geniale „Schlimmer geht immer“-Kampagne für ein Null-Komfort-Hotel in Amsterdam vorstellte, blieb kein Auge trocken. Joachim Sauter von Art & Com hat souverän dargestellt, wie man Natur- und Zeitgeschichte erlebbar und reflektierbar macht, indem man sie virtuell und interaktiv auferstehen lässt. Eine Auswahl aus den beiden Vorträgen und weitere, von Eike König und Fons Hickmann gezeigte, Projekte werde ich in den nächsten Tagen etwas näher vorstellen, da sie wunderbar in das Konzept von TheJunction passen.

Alles in allem haben die Vorträge die ich verfolgt habe, wenig auf das Thema Passion eingespielt. Ich behaupte, dass  Hingabe an den Beruf, vor allem im hochqualitativen Ressort, zum guten Ton gehört und das die meisten erfolgreichen Gestalter unter dieser herzblutigen Berufskrankheit „leiden“. Ein übergreifendes Thema sollte auch inhaltlich zum Tragen kommen und nicht nur durch begeisternde Projekte repräsentiert werden. Das haben die vorigen Konferenzen SPACE, Image, Music usw. besser vermocht.

Mit der Abkehr vom gedruckten Programmheft hin zur interaktiven TYPO Applikation, hat der Veranstalter gezeigt, das die TYPO Berlin voll und ganz im digitalen Zeitalter angekommen ist. Dieses Tool hat mich zuverlässig durch die dreitägige Konferenz begleitet. Hier konnte man sein persönliches Programm zusammenstellen und wieder ändern, die Nachrichtenkanäle der TYPO abrufen und sich selbst auf der Twitterwall of Passion verewigen, sich zum Mittagessen verabreden und mitlesen, was andere Konfernzteilnehmer und Referenten von den Vorträgen halten.

Malte Christensen (@kopfbunt) kurz nach seinem Vortrag

Im Fall von David Carson und Studio Dumbar, war das nicht besonders viel. Carsons Vortrag habe ich selbst nicht gesehen, er hat aber mit den Bildern seiner ganz privaten Leidenschaften – Surfen und Frauen in Powerpoint präsentiert – mehrere hundert Leute aus dem anfangs randvollen Saal vertrieben, obwohl er mit dem Konzept seines Vortrags dem Konferenzthema näher war als manch anderer Redner. Ich bin ihm noch kurz vor Schluss der Konferenz begegnet, als er sich mit einer Gruppe von jungen Studentinnen fotografieren ließ. Es war bemerkenswert, das sich das Alter seiner Fans scheinbar genau entgegengesetzt zu seinem eigenen entwickelt.

Font Girls

Den finalen Vortrag performten Studio Dumbar, die ich gar nicht kannte. Hauptbestandteil der Dramaturgie war eine Reihe von Kurzinterviews mit Mitarbeitern des Studios zu verschiedenen Fragen z.B. über Essen, Trägheit und Tiere. Die Interviews wurden von Liza Enebeis (Typeradio) geführt. In fast bedrückender Atmosphäre, spielten sich die gesamten Sequenzen auf dem Gesicht einer Art menschlichen Wirts ab. Einem jungem Mann, der stillstehend, mit einer weißen Maske, die sprechenden Gesichter seiner Kollegen, von seinem ständig den Beamer justierenden Gegenüber, auf sein eigenes projeziert bekam. Ein  Tryptichon aus Leinwänden  zeigte gerenderte, animierte Skizzen und die Interviewfragen in Krakelschrift. #typo10 war sich einig: arty farty!, pretentious!, überflüssig! im Saal klatschten nur Wenige, die allerdings sehr bestimmt. Da ich das für exquisite Grafik vielfach ausgezeichnete Studio Dumbar aus Den Haag nicht kannte, war ich absolut unvoreingenommen. Weder fand ich die Performance langweilig, noch schlecht oder sinnentleert. Ich habe sie als Koketterie mit Kommunikation und Technik verstanden, mit 30 Minuten Dauer definitiv zu lang und innerhalb des Programms falsch platziert.

Mein Fazit: Die TYPO Berlin 2010 „Passion“ war eine lebendige, gutgelaunte Designveranstaltung, deren Programmverantwortliche den inhaltlichen Fokus im Hauptsaal, von der Typografie auf das gesamte Spektrum, das Kommunikationsdesign aktuell zu bieten hat, verlegt haben. Die drei Tage Dauerinspiration und Bildung waren sicherlich eines meiner Highlights in diesem Jahr. Emotional wurde die Konferenz zum größten Teil durch das Publikum getragen, es wurde überdurchschnittlich viel gelacht, in Szenen hinein applaudiert und vor Rührung geweint. Das vielversprechende Thema, war allenfalls eine Hilfslinie für das jährlich wechselnde Corporate Design der TYPO und ein durchaus wirksamer Stimmungsmacher bei Publikum und Sprechern.

Ab morgen gibt es hier bebilderte und bewegtbilderte Einzelbeiträge zu einigen Vorträgen bzw. Projekten im gewohnten TheJunction-Stil.

Fotos: © Julius Höhne

 

Dogs as Typefaces


13.05.10

Für pfiffige Vierbeiner ist das Zeitalter des machtlosen fashion victim und stilistischen Herrchendoubel Daseins vorbei. Neben kultivierten Linguisten und weisen Literaten prägen neuerdings auch auserlesene Schönlingspudel und delikate Dackeldamen die Design- wie Typografielandschaft und erhalten Einzug in die begnadete Liga der Akademiker.

swissmiss

 

Rob Seward – Four Letter Words


03.04.10

Ein interessantes Mischwesen aus Typografie, Maschine und Musik.

Rob Seward zu seinem Video:

„Four Letter Words consists of four units, each capable of displaying all 26 letters of the alphabet with an arrangement of fluorescent lights. The piece displays an algorithmically generated word sequence, derived from a word association database developed by the University of South Florida between 1976 and 1998. The algorithms take into account word meaning, rhyme, letter sequencing, and association.The algorithm’s tendency towards scatological or “dark” subject matter is influenced by a variety of language and perception studies, especially Elliot McGinnies’ 1949 study “Emotionality and Perceptual Defense.” While the piece was conceived with idea of displaying algorithmically generated lists, it was designed with flexibility and expandability in mind. The individual units can be connected ad-infinitum, and are theoretically capable of displaying any length of text. While Four Letter Words deals with a specific range of content, the technology can be easily expanded for future textual experiments.”

Slanted

 

10 Days – Typography Timelapse by RIPO


29.03.10

Das Video 10 Days von RIPO ist schon etwas älter. Man erkennt das an den Datumsangaben zu den verwendeten BBC Online headlines vom Mai 2009, die RIPO mit großem Können in schönsten Schriften auf die Papierbahnen pinselt. Ein echter Timelapse Leckerbissen für alle die, die auf Handmade-Typo stehen und diejenigen, für die sich die Welt ab und zu etwas langsamer drehen könnte.

Pitch Design Union

 

Zahlenstapel und Buchalphabet


07.03.10

Wer richtig stapelt bekommt am Ende so hübsche Zahlenkombinationen oder sogar ein ganzes Alphabet. Ich hab zwar keine Ahnung wie das ‘P‘ die Schwerkraft ausgehebelt hat aber es gibt ja heutzutage Lösungen für derartige Lapalien.  Das Alphabet aus Büchern ist von Hanna Nilsson und Sofia Østerhus, die sehr schönen Ziffern von Paul Octavius.

Swiss & Miss

 

Last Call for Typoversity


04.03.10

Typoversity ist ein Buchprojekt der Illustratorin Nadine Roßa und des Grafikdesigners Patrick Marc Sommer, beide auch aktiv bei designmadeingermany.de.

Gesucht werden spannende Hochschularbeiten (Diplomarbeit, Semesterprojekt) und Ausbildungsprojekte mit dem Schwerpunkt Typografie. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Arbeiten nicht älter als Januar 2008 sind. Die interessantesten und innovativsten Arbeiten kommen ins Buch, das beim NBVD Norman Beckmann Verlag & Design erscheinen wird.

Einsendeschluss ist der 15. März 2010. Einreichungen bitte als PDF per E-Mail an: mail[at]typoversity[dot]de.

FontBlog, Typoversity


 

Leidenschaft lohnt sich! – TYPO Berlin „Passion“


18.02.10

Seit 1995 findet die Designkonferenz TYPO Berlin jährlich unter einer anderen Thematik statt, Kommunikationsdesign immer wieder unter neuen Gesichtspunkten betrachtend. Dieses Jahr wird das internationale Branchentreffen unter dem herzblutigen Motto Passion stehen. Das liegt auf der Hand, so ist doch gerade in kreativberuflicher Hinsicht die Leidenschaft das Salz in der Suppe, welches den Beruf erst zur Berufung macht, Weiterentwicklung und Erfolg ermöglichend.

Unter Gestaltern und denen die es werden wollen, hat es sich schon lange herumgesprochen: Die TYPO Berlin liebt es herzhaft und wartet jedes Jahr mit einem  line up auf, das es in sich hat. Seit 15 Jahren, regelmäßig Ende Mai, wird das Berliner Haus der Kulturen der Welt, für drei Frühlingstage zum Wallfahrtsort für Kommunikationsdesigner, Auszubildende und Studenten entsprechender Studiengänge, die sich aus Vorträgen, Workshops und Foren an Haupt- und Nebenschauplätzen, kostbares Know-how, Inspiration und Bestätigung holen, die unentbehrlich sind um der eigenen Passion zu folgen.

Bis es am 20.05. 2010 ernst wird, können passionierte Gestalter wöchentlich eins der begehrten Konferenztickets beim jährlichen TYPO Berlin-Gewinnpiel gewinnen, wenn sie ihre eigenen Leidenschaften mit dem Passion-Herz versehen, und die Begrifflichkeit so auf persönliche Weise gestalterisch definieren. Hier hab ich schon mal mein Best-off der stetig wachsenden Galerie zusammengestellt, darunter auch die eine oder andere meiner eigenen Leidenschaften entdeckt.

Ausgeschlafene TheJunction-Leser können es sich bestimmt schon denken: Ja, ich möchte mit meinem heutigen Artikel wiedermal Erfreuliches einläuten. Mehr erfahrt ihr bald an dieser Stelle.

 

Buchstabenbad – Richard J. Evans


25.01.10

Richard J. Evans hat diese typografische Skulptur auf der Free Range Graduate Art & Design Show 2009 gezeigt.

Freshome