„Dort wo die Kartoffeln gut gedeihen“, das heisst Topeka aus einer indianischen Sprache ins Deutsche übersetzt. Prächtig wie die Kartoffeln, sprießen auch die temporären Namensänderungen der Hauptstadt des US-Bundesstaats Kansas. Als Topeka 1998 die erste us-amerikanische Stadt war, in der Pokemon eingeführt wurde, nannte man sich kurzerhand in ToPikachu um. Mit der vierwöchigen Umbenennung in Google möchte Bürgermeister Bill Bunten (79) die Aufmerksamkeit des Konzerns auf sich ziehen, und sich so einen Platz im begehrten Fiber for Communities-Programm erschmunzeln. Bunten und seine 122.000 Schützlinge erhoffen sich mehr wirtschaftliche Anziehungskraft für Google alias Topeka, denn wenn das Experiment gelingt, würde die auserwählte Stadt mit einem ultra high speed-Netzwerk versorgt,anderen Gegenden in Sachen Internetgeschwindigkeit um etliche Kartoffelwürfe vorraus sein, ein nicht zu verachtender Faktor bei der Auswahl eines Unternehmensstandorts.
Alles fing damit an, dass ich an einem lauen Sommerabend vor ein paar Wochen über einige alkoholische Kaltgetränke ein längeres Gespräch über die USA mit einem schwedischen Freund führte. Wir beide steigerten uns in unermessliche Sphären abgrundtiefer Verachtung einiger uramerikanischen Angewohnheiten, nicht nachvollziehbar erscheinenden Gesetzte und abartig perverser Moralvorstellungen. Diese Gefühle wurden so stark, dass sich gleichzeitig auch meine Sehnsucht nach einem Land, in dem ich lange lebte und das ich so sehr verabscheue, verstärkten. Wieso? Warum löst die USA in so vielen von uns merkwürdige ambivalente Gefühle aus?
Ich weiß es nicht und werde es auch nicht versuchen euch zu erklären. Die USA ist einfach ein wunderliches, großes Land, das es schafft, sowohl “innovativ” und “ganz weit vorne” als auch das unterentwickeltsten Land der westlichen Hemisphäre zu sein. Schön und gut, ich bin zufälligerweise auf mehrere Videos gestoßen, die zumindest zum Thema passen.
Four Five Three Six Five, eine preisgekrönte Dokumentation über die Provinz Sidney im Bundesstaat Ohio. Wunderschöne Bilder amerikanischer Einöde und klischeehafte Kleinstadt Impressionen. Den kompletten Film könnt ihr euch auf der Website 45365movie.com anschauen. Sehr sehenswert.
Shot over the course of 9 months in Sidney, Ohio, 45365 follows the lives of a cross section of the town’s residents as their story lines coalesce into a mosaic of faces, places, and events. A judge’s race for re-election, the County Fair, the Barber Shop, the retirement home, a football team, a father and son, a young relationship, arrest and sentencing are all explored in this sweeping survey of life in a small town.
Hier nun etwas weniger Preisgekröntes. Für alle DMAX-Zuschauer ein alter Hut, für alle weniger Motorsport- und Testosteronliebenden unter uns vielleicht sogar noch unbekannt. Die Jungs der von der BBC produzierten Sendung Topgear, haben einmal getestet hat, was passiert, wenn man sich in Alabama nicht an einfache Regeln hält und weder Bush, den KKK, noch Nascar mag und dazu sogar auch noch steht.
Und wer wissen möchte, was Kalifornien so braucht um zum Paradies unter allen wundervollen amerikanischen Bundesstaaten zu avancieren, der sollte einfach auf die ehemalige Miss Teen South Carolina hören. Die weiß nämlich, wie das geht.
Ach George, das mit dem würdevollen Abgang wird wohl nichts. Der ehemals mächtigste Mann der Welt verlässt das weiße Haus. Sonst politisch unter Beschuss, gab’s gestern die bürgerliche Variante: Bush auf der Flucht vorm bösen Schuh. Go Georgie, deine Stunts halten wir weiterhin fest.
Wenn die Abteilung für amerikanische Außenpolitik einen Andenkenladen führen würde, was würden sie dort wohl verkaufen? Dieser ungewöhnlichen Frage geht der gebürtige Engländer Phillip Toledano mit seinem Projekt “America the Gift Shop” nach.
Das Installationsprojekt reflektiert die gegenwärtige Außenpolitik im Spiegel amerikanischen Kommerzes. Dabei nutzt Toledano die gängige Sprache des Verkaufs. Je bekannter die einzelnen Gegenstände den Konsumenten sind, desto besser kann in ihnen seine Idee umgesetzt werden. Sobald nämlich der süße Mantel alle jener Gegenstände, die man normalerweise im Andenkenladen kaufen kann, entfernt wird, bleibt nur noch die harte und unbequeme Wahrheit darüber übrig, wo Amerika sich als Nation gerade befindet.
Und was es alles für schöne Dinge in Toledanos Gift Shop zu kaufen gibt! Von der aufblasbaren Guantanamo Bay Gefängniszelle über den Abu Ghraib Kaffeetisch bis hin zum T-Shirt, auf dem zu lesen ist: „I was just rendered to a secret prison and all I got was this lousy T-Shirt”. Natürlich kann man auch eine Postkarte aus der Folterkammer schreiben und Grüße an die Daheimgebliebenen senden: „Wish you were here”. Am Ende einer Reise kauft man sich ein Souvenir, um ein Andenken an diese Erfahrung zu haben. Mit seinem Projekt „America the Gift Shop” möchte Toledano an die Ereignisse der vergangenen Jahre und die Politik seines Landes erinnern.
Doch „America the Gift Shop” ist nicht das einzige ungewöhnliche Projekt, das Phillip Toledano geschaffen hat. Auf seiner Seite www.mrtoledano.com vereint er all die skurrilen Ideen und Werke, die sich um den Namen Toledano ranken. Bemerkenswert ist hier unter anderem ein Fotostrecke, die das Leben von Telefonsexmitarbeitern dokumentiert. Hier erfährt man den Werdegang dieser Menschen und wie sie im Telefonsexbusiness gelandet sind. Dabei werden die Charaktere als einfühlsame Dienstleister beschrieben, die zumeist so ganz anders aussehen, als das Klischee „Sex” impliziert. Ob studierte Kulturanthropologin, Rubensfrau oder Punkrockgöre – die Pfade des Telefonsex’ sind verschlungen.
Phillip Toledano wurde 1968 in England als Sohn eines Amerikaners und einer Französin geboren. Bereits im Kindheitsalter erhielt er seine erste Kamera. Seitdem rühmt er sich, seltsame Aufnahmen zu machen, die, wie er sagt, zum einen einer bestimmten Idee folgen müssen und zum anderen Fragen offen lassen müssen: „Ich glaube daran, dass ein Foto wie ein unvollendeter Satz sein sollte.” Toledano lebt und arbeitet heute in New York.
Vor vier Jahren traf die Fotografin Callie Shell Barack Obama backstage, als sie über den damaligen Präsidentschaftskandidaten John Kerry berichtete. Sie schickte ihrem Redakteur mehr Bilder von Obama, als von dem eigentlichen Mann der Stunde. Shell traf damals einen Menschen, der sie faszinierte und sie entschied, ihn auf seinem weiteren politischen Weg zu begleiten. Ihre erste Fotostrecke mit Obama erschien bereits vor 2 ½ Jahren, sie wich ihm seit dem nicht von der Seite.
Das Ergebnis sind Fotografien von einem Mann, der heute unerwartet genau da steht, wo Kerry damals stand. Er ist heute der Mann der Stunde.
Eine Fotografie von Oktober 2006 zeigt Barack auf einem verlassenen Parkplatz in Illinois. Nur die Fotografin, ein Fahrer und der Senator. Keine Spur von Security Guards, Presse oder anderen Mitarbeitern, kurz: eine Szene, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr vorstellbar ist. Callie Shell selbst sieht dieses Bild als krassen Gegensatz zu der 200.000 Menschen starken Menge, die Obama fast zwei Jahre später in Berlin begeistert begrüßen wird.
Obama ist ein Hoffnungsträger. Er ist der lebende Beweis dafür, dass es sich auch im neuen Jahrtausend immer noch lohnt, an die amerikanischen Werte, an den amerikanischen Traum zu glauben. Auch er nimmt, wie viele seiner Vorgänger, immer wieder in seinen Reden Bezug auf diese Ideale. Shell erzählt dazu eine Geschichte in Bildern. Sie begegnet einem Taxifahrer in South Carolina, der noch kurz vor den Vorwahlen nicht glaubte, dass es ein schwarzer Mann so weit bringen würde. Doch Obama gewann, und der Taxifahrer berichtete Shell hinterher mit Stolz erfüllt, dass er seinen Sohn mit zu den Wahlen genommen habe und zu ihm sagte: „Du kannst alles werden, was Du eines Tages sein möchtest, sogar Präsident.”
Das fragen wir uns alle. Was wäre wenn die Welt mitentscheiden könnte, wer als nächstes ins weiße Haus einzieht? Seit Monaten beherrscht die anstehende Wahl in den USA TV, Print- und Onlinemedien. Sarah? John? Joe? Barack? Heute ist es soweit. Und die Welt hält den Atem an. Auf iftheworldcouldvote.com konnten Menschen aus der ganzen Welt für ihren Favoriten abstimmen. Heute Morgen, 9.30 Uhr war auf der Seite folgender Stand abzulesen:
Barack Obama, 87% (658.092 Stimmen)
John McCain, 13% (98.537 Stimmen)
Wie die Wahl wirklich ausgeht wissen wir spätestens morgen.
Wer den legendären Budweiser Werbespot mit den “Wassup-Boys” nicht kennt, dem fehlt wohl ein Stück amerikanische Kulturgeschichte. Acht Jahre nach dem Erscheinen des originalen Clips wurde nun eine neue, aktuelle Version gedreht. 2008 dreht sich die Message weniger um Bier, aber dafür um einem Haufen neuer Probleme.
Ach, die gute Betty White. Schon immer war sie Anhängerin der Demokraten und schon immer war sie mein Lieblings Golden Girl, Rose aus St. Olaf. Wie sich zeigt hat sie auch mit 86 nichts von ihrem Witz verloren.
In The Late Late Show with Craig Ferguson auf CBS taucht White immer mal wieder auf. In kurzen Sketchen spielte sie schon eine Krankenschwester, eine Buchhalterin und die Repräsentantin einer Ölfirma.
Gerade drehte Betty White den Film The Proposal mit Sandra Bullock und Ryan Reynolds ab- von wegen pleite!
Die US Wahlen rücken immer näher. And it’s getting pretty crazy…! Mal überlegen … Angela Merkel Graffiti, Gerhard Schröder Actionfiguren und Helmut Kohl als Comicheld. Die USA wird von einer Flut Obama “Souvenirs” überschwemmt, so wie’s aussieht sind die Anhänger der Demokraten einfach kreativer. Aber Barack macht schon einen guten Posterboy.
Sarah, Mäuschen übertreibs nicht. Wir wissen, du liebst deine Heimat, deine Homebase. Aber wenn du allen Ernstes die amerikanische Flagge zum Dresscode deklarierst, dann rollen sich uns die Fußnägel hoch. Wahlkampf hin, Wahlkampf her, ist wirklich alles gut bei dir?
Sarah Louise Heath Palin, geboren am 11. Februar 1964 in Sandpoint, Idaho, ist eine Politikerin in den Vereinigten Staaten und Mitglied der Republikanischen Partei. Seit dem 4. Dezember 2006 ist sie als erste Frau Gouverneurin des US-Bundesstaates Alaska. Am 29. August 2008 wurde sie vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft vorgeschlagen.
Stanley “Mouse” Miller, geboren 1940 in Detroit, ist einer der ganz Großen der Amerikanischen Posterkunst. Sein legendäres Skull and Roses Poster, das er 1966 für ein Konzert der Grateful Dead designte, ist eines der stärksten Motive der Rockgeschichte. Zusammen mit Partner Alton Kelley schuf Mouse wunderbare grafische Zeugnisse der goldenen Psychedelic Rock Era. Der Totenkopf mit den Rosen wurde zum Erkennungszeichen der Anhänger von Jerry Garcia und Co. und prägte das Artwork der Greatful Dead.
Heute lebt Stanley Mouse zurückgezogen in Santa Fee , New Mexico, wo er sich der Malerei widmet. Bei einigen seiner “Ladies” und Portraits ist die Nähe zur Psychelic Poster Art noch sichtbar – jugendstilhaftes wallendes Haar und die blasse Sanftheit der Damen lassen an Zeiten denken, in denen Konzertposter oft nur schwer entziffert werden konnten.
Wer selbst niemals durch die Vereinigten Staaten gereist ist, wer nie die Wüste sah, die unendlichen Weiten, wer nie in einem klaren Fluss am Fuße des Mount Hood gebadet und nie einen Kolibiri um einen einsamen Busch mitten im kalifornischen Nirgendwo schwirren sehen hat, der wird wohl auch niemals ganz begreifen können, was es bedeutet ein Amerikaner zu sein, woher ihr Größenwahn, ihre Ignoranz und Überheblichkeit aber auch ihre unermessliche Freundlichkeit und ihr tiefer Glauben kommt. Dass all diese Schönheit auch mit einem großen Maß an Melancholie verbunden ist, zeigen die Fotografien des Amerikaners Troy Pavia, der schon seit den Siebzigern über die verstaubten Straßen der USA reist. Seine ersten Bilder schoss er 1989, immer nachts, nur unter dem Schein des Mondes – bis heute. Seine Motive sind die Verlassenen, Zurückgebliebenen und Abgelegten; Geisterstädte, in denen keine Menschenseele mehr lebt. Nur die Artefakte menschlicher Existenz bleiben zurück und werden langsam von den Jahren verwaschen.
Der March of Shame ist ein natürliches Phänomen, das auf jedem Campus verfolgt werden kann. Studentinnen können dabei beobachtet werden, wie sie frühmorgens den March of Shame antreten. Auf dem Weg vom Zimmer ihres nächtlichen Gefährten zurück in ihr natürliches Habitat müssen die Mädchen Haltung bewahren, und möglichen Gefahren aus dem Weg gehen. Die Leute von College Humor filmten dieses wunderbare Naturschauspiel, dass man unbedingt einmal gesehen haben sollte.